Schutzzölle auf Solarmodule aus China so gut wie durchgesetzt

Lange Zeit schon schwelt der Streit zwischen europäischen und chinesischen Solarfirmen. Die europäische Seite wirft der chinesischen vor, ihre Module weltweit zu Dumpingpreisen zu vertreiben und so den Verkauf der Produkte in der EU zu schwächen. Einen ähnlichen Streit hatte es bereits zwischen China und den Vereinigten Staaten gegeben, mit dem Ausgang, dass die USA Strafzölle auf die Einfuhr von chinesischen Solarprodukten verhängte. Ähnliches könnte nun auch bald in der EU geschehen.

Die Europäische Union schreitet zur Tat

Bereits in der vergangenen Woche wurde in der EU Kommission nun über Schutzzölle gegen chinesische Solarprodukte verhandelt und entsprechende Schritte eingeleitet. Die Mitgliedsländer haben keine Möglichkeit, die Entscheidung zu verhindern, werden jedoch zu diesem Thema konsultiert und können bis zum 5. Juni ihre Meinung zum Vorschlag der Kommission abgeben.

Schon am 6. Juni sollen die Zölle dann in Kraft treten. Sie sollen bei etwa 47 Prozent liegen und würden von vielen europäischen Firmen der Branche begrüßt werden, schließlich gehört China inzwischen zur absoluten Spitze, was die Produktion von Solarpanels betrifft. Hierunter hatten in den vergangenen Jahren besonders deutsche Solarfirmen zu leiden, die zum Teil Insolvenz anmelden mussten, weil sie gegen die Billigkonkurrenz aus Fernost einfach nicht mehr ankamen.

Es bleiben Zweifel

Sollte die Entscheidung der EU Kommission zugunsten der Schutzzölle ausfallen, würde es sich hierbei um das größte Anti-Subventions-Verfahren in der Geschichte der EU handeln. Doch Experten haben auch ihre Zweifel an dem gewagten Schritt der EU, die damit in die Fußstapfen der USA und deren Entscheidung treten will.

Die Strafzölle könnten einen Handelskrieg mit China zur Folge haben, was in diesem Fall besonders deutsche Maschinen- und Anlagenbauer betreffen könnte, deren Hauptabsatzmarkt sich in China befindet. Andererseits kann bei der Pleitewelle der europäischen Firmen nicht weiter tatenlos zugesehen werden, das sehen selbst die Zweifler ein.

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