Schwedische Atomkraftwerke und der Stresstest

Schwedische Atomkraftwerke gelten als sicher. So macht sich eigentlich kaum jemand Gedanken darüber, wenn der schwedische Energiekonzern Vattenfall verlauten lässt, er würde sich weiterhin um die Erhaltung der Atomkraft in Schweden bemühen und sogar an den Bau neuer Kraftwerke denken.

Der Stresstest der EU und ein darauf folgender Bericht der Umweltorganisation Greenpeace haben nun jedoch gezeigt, dass die Sicherheit der schwedischen AKW ein Trugschluss ist. Demnach droht aus Schweden sehr viel mehr Gefahr durch eine Reaktorkatastrophe als aus so manch anderem europäischen Land.

Greenpeace hat nun die sofortige Stilllegung der drei schwedischen Kernkraftwerke Forsmark, Oskarshamn und Ringhals verlangt. Das Risiko für eine Atomkatastrophe in Schweden sei allgegenwärtig, so die Umweltorganisation. Es herrschten demnach umfangreiche technische Mängel und qualitativ äußerst schlechte Sicherheitskontrollen.

Es habe in den vergangenen Jahren in den schwedischen Atomkraftwerken zahlreiche Störfälle gegeben, die den Behörden niemals gemeldet worden sind. So unter anderem im AKW Forsmark, in dem im Juli 2006 ein Kurzschluss dafür sorgte, dass zwölf unterschiedliche Sicherheitssysteme kollabierten und zwei von vier Reservestromsystemen für die Reaktorkühlung versagten. Im Nachhinein wurde dieser Vorfall in die gefährlichste Kategorie eingestuft.

So scheint es wirklich ein Mythos zu sein, dass schwedische Atomkraftwerke besonders sicher sind. In dem Bericht werden sie als veraltet und nicht sicher beschrieben. Störfälle seien keine Seltenheit und ein ausreichender Schutz vor Überschwemmungen oder Erdbeben existiere kaum. Auch vor Terroranschlägen seien die Kraftwerke in keinem Fall geschützt. Ob sich die Regierung darauf einlässt, die Atomkraftwerke zu schließen, ist jedoch eine andere Frage. Von einer Energiewende wie in Deutschland ist bisher in Schweden noch nicht die Rede gewesen.

Tags
Back to top button
Close
Close