Schweiz rüstet um

Nicht nur in Deutschland, sondern auch bei den Schweizer Nachbarn läuft die Energiewende auf Hochtouren. Seit dem vergangenen Sommer steht fest, dass sich Deutschland aus der Atomenergiebranche verabschieden wird und seitdem wird auch massiv am Ausbau der erneuerbaren Energien gearbeitet. Bis 2022, wenn der letzte deutsche Atommeiler vom Netz gegangen ist, muss noch viel passieren.

Nun entscheidet sich auch in der Schweiz, ob das Land den Schritt des Atomausstiegs wagen wird. Bereits in der kommenden Woche wird der Schweizer Bundesrat die Weichen für diese Entscheidung stellen. Doch die Politiker überlegen schon jetzt, wie sie diesen ermöglichen können, ohne dabei in einen Energieengpass zu geraten. Um die Stromversorgung nach dem Ausstieg aus der Atomkraft gewährleisten zu können, sind massive Investitionen in das Stromnetz nötig, hierbei spricht man von Summen zwischen 4,2 und 13,3 Milliarden Franken. Zur Finanzierung werden wohl die Strompreise angehoben werden müssen.

Doch besonders Energieministerin Doris Leuthard sorgt sich um die Gewährleistung der Stromversorgung. Sie schlägt deshalb vor, zur Überbrückung vier bis fünf Gaskraftwerke zu bauen. Das stößt jedoch nicht bei jedem auf Zustimmung. Besonders Umweltschützern wäre ein solcher Plan ein Dorn im Auge. Grund: der Co2 Ausstoß. Auch aus der Branche direkt kommt Kritik zur mangelnden Rentabilität. Subventionen für die erneuerbaren Energien werden aus verschiedenen Lagern gefordert, doch nach Meinung der Arbeitsgruppe, die vom Bund einberufen wurde, ist die Kombination von erneuerbaren Energien und Gaskraftwerken am realistischsten.

Die Förderung für die Erneuerbaren soll trotzdem gesteigert werden. Leuthard will sich für Subventionen einsetzen und die Beträge für die kostendeckende Einspeisevergütung  und das Gebäudesanierungsprogramm verdoppeln. An sich ist man in der Schweiz jedoch zuversichtlich, dass die Umstellung von Atomenergie auf erneuerbare Energien reibungslos verlaufen wird. Damit alles klappt, müsse es nur noch zu einem Umdenken in Gesellschaft und Wirtschaft kommen, so Leuthard.

Tags
Back to top button
Close
Close