Segen oder Fluch? Erneuerbare Energien und Tourismus

Ein Großteil der Tourismusregionen fürchtet die Energiewende und das nicht ohne Grund, denn große Windräder und Photovoltaikanlagen können der Landschaftsästhetik ohne Frage schaden. So sind viele ländliche Regionen aber vor allem auf Landschafts- und Erholungstouristen angewiesen, welche Geld in die Regionen bringen. Bricht dieser Tourismus weg, so fürchten viele Betroffene in den Regionen um ihre finanzielle und berufliche Existenz. Doch ist diese Furcht berechtigt oder können die erneuerbaren Energien sogar für einen neuen Tourismus sorgen? Jüngst machte ein Pressegespräch der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) in Berlin deutlich, dass sich die Erneuerbaren sehr gut mit Tourismus und Freizeitgestaltung kombinieren lassen.

Energieprojekte besuchen und kennenlernen

Anlass des Pressetermins ist der aktuell erschienene Reiseführer „Deutschland: Erneuerbare Energien erleben“, der für das gesamte Bundesgebiet rund 190 Reiseziele zu erneuerbaren Energien ausweist. „Der Baedeker-Reiseführer lädt dazu ein, spannende Energieprojekte aus nächster Nähe kennenzulernen“, so Philipp Vohrer, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE). Dabei ist für Jeden die richtige regenerative Energiequelle dabei. Vom Windpark im Norden, bis hin zur Almhütte mit PV-Bedachung. Ein besonderes Augenmerk des Reiseführers liegt darin deutlich zu machen, wie sich erneuerbare Energien in den nachhaltigen Tourismus integrieren lassen. So bieten schon heute einige Regionen, wie beispielsweise Wunsiedel in Franken, Wanderwege an, die an interessanten Erneuerbare-Energien Projekte entlang führen. Aber nicht nur dadurch ist es möglich die touristische Attraktivität erneuerbarer Energien zu steigern. Landschaftsarchitekten, wie Claus Herrmann vom Unternehmen hochC, arbeiten bereits daran, die Erneuerbaren-Energien-Anlagen besser in die bestehende Landschaft zu integrieren. „Ästhetisch überzeugende Energielandschaften mit Wind- Solar- und Biomasseparks in der Nähe von Städten wie der Energieberg Georgswerder erfordern andere Lösungen als Energielandschaften für ländliche Räume wie die Tagebaufolgelandschaft in der Lausitz.“, so Herrmann bei der AEE-Pressekonferenz in Berlin. Der Autor des Reiseführers, Geograph und Fachjournalist Martin Frey erklärte zudem: „Bei der Auswahl war uns wichtig, dass die Technologien vor Ort gut erklärt werden, am besten durch Ansprechpartner bei Führungen oder in Form von Infozentren, Lehrpfaden oder gut gestalteten Infotafeln. So wird für den Reisenden die Energiezukunft schon heute erlebbar.“

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