Skurrile Lückenschließung: Deutsche Solarinitiative bekommt chinesische Hilfe

Die deutsche Initiative für Solarstrom aus der Wüste „Desertec Industrial Initiative“ (DII) steckt in der Krise. In der vergangenen Mitgliederversammlung in München verkündeten viele der Mitgliedsunternehmen dass sie der Initiative den Rücken kehren wollen. Nachdem Siemens und Bosch schon vor einiger Zeit austraten, rücken nun Unternehmen wie die Commerzbank oder Evonik Industries nach. Spezifische Gründe will keines der Unternehmen nennen.

Zeitplan nicht erreicht

Inoffiziell ist davon auszugehen, dass viele Unternehmen aufgrund der Enttäuschung über das Projekt austraten. Bei der Gründung der Initiative im Jahr 2009 steckte man sich ambitionierte Ziele. Diese wurden zum Großteil nicht erreicht. Das Hauptziel von DII war laut eigenen Angaben die Entwicklung von Finanzierungskonzepten und Business Plans zum Bau solarthermischer Kraftwerke im Raum um das Mittelmeer und im Nahen Osten.

Daraus wurde nicht viel, auch aufgrund politischer Unruhen in Zusammenhang mit dem „arabischen Frühling“. Mittlerweile sind wirklich konkrete Projekte eher die Seltenheit. Nur der Bau eines solarthermischen Kraftwerks im Atlas – Gebirge wird gern als Musterbeispiel der Initiative verwendet. Das dieses Kraftwerk auch Teil des marokkanischen Solarplans ist und das sogar schon bevor DII überhaupt gegründet wurde, wird dabei gern verschwiegen.

Vision ad acta

Die über allen stehende Vision der DII Gründer ist mittlerweile auch bei Seite gelegt wurden. Bei der Gründung wurde noch davon geschwärmt 15 Prozent des europäischen Strombedarfs durch Desertec decken zu können. Heute klingt das anders, lediglich der Strom der örtlichen Erzeugerländer soll gedeckt werden.

Europa ist mittlerweile in weiter Ferne. Zentrale Frage im Moment bei DII ist, wie man die Lücken, welche durch das Ausscheiden der Mitglieder entstanden sind decken soll. Viel Auswahl besteht bislang nicht. Lediglich der chinesische Staatskonzern SGCC bewarb sich um eine Mitgliedschaft. Eine skurrile Situation. Vor allem im Hinblick auf die Diskussion über Strafzölle für chinesische Solarzellen. Nun soll also China helfen, eine „Solarbrücke“ von Afrika nach Europa zu errichten.

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