Strafzölle für chinesische Dumpingimporte

Die Solarindustrie in Deutschland macht verschiedene Faktoren für ihre bereits monatelang anhaltende Misere verantwortlich. Zum einen wäre da natürlich die Kürzung der Solarförderungen, die von der Regierung zu Beginn dieses Jahres beschlossen worden war. Seit dem 1. April gelten die Kürzungen und schon so manches Unternehmen ist seitdem gezwungen gewesen, die Insolvenz anzumelden. Doch mindestens ebenso ein Dorn im Auge ist den deutschen Unternehmen und der gesamten Branche die Billigkonkurrenz aus China, die Solarmodule zu Dumpingpreisen auf den Markt bringen. Nun ist durch das US Handelsministerium der lang angedrohte Schritt der Strafzölle auf Billigimporte gegen die Volksrepublik durchgesetzt worden.

Wer ein Produkt dieser Art in die USA einführen will, ist dazu gezwungen, 31 Prozent Strafzoll zu zahlen. Wer sich weigert, muss sogar mit 250 Prozent rechnen. Die Maßnahmen sollen ab sofort gelten und ähneln in ihrer drastischen Art und Weise schon eher einem Einfuhrverbot. In Deutschland zeigten sich viele Unternehmen erfreut über die Entwicklung und hoffen nun, dass wieder ein fairer Wettbewerb in der Branche einkehren kann.

Doch wenn man es genauer betrachtet, so könnten die Zölle der Solarbranche weltweit schaden, denn die Dumping Zölle werden wahrscheinlich auf die Kunden umgewälzt werden. Die Nachfrage war gestiegen, nachdem die Importe aus China die Module erst für viele Haushalte erschwinglich gemacht hatte. Dies könnte sich nun wieder ins Gegenteil umkehren, wenn die hohen Preise die Hausbesitzer darüber nachdenken lassen, ob sie sich ein Solarmodul für das eigene Dach überhaupt leisten können. Somit wäre es durchaus möglich, dass die Industrie weltweit es schon bald negativ zu spüren bekommen wird, dass dieser Schritt nicht unbedingt der richtige war, nämlich dann, wenn die Nachfrage wieder beginnt zu sinken.

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