Strommarkt der Zukunft: Was leistet bedarfsgerechte Biogasbereitstellung?

Nicht selten wird, vor allem in der öffentlichen Debatte, ein Argument gegen einen Strommarkt auf Basis erneuerbarer Energien angebracht, sowohl Wind als auch Solarkraft sind starken Fluktuationen unterworfen. Dieser Einwand erweist sich als durchaus berechtigt. Die Abhängigkeit beider Energieträger vom Wetter lässt sich nicht von der Hand weisen. Für Befürworter konventioneller Energieträger ein immer wieder gern verwendeter Diskussionsbeitrag.

K.O. Kriterium für einen erneuerbaren Strommarkt?

Lässt sich dieses Problem wirklich nur mittels konventioneller Energieträger lösen? Nein. Aktuelle Projekte des Bundesministeriums für Bildung und Forschung versuchen die Lücke, die durch die unregelmäßige Energiebereitstellung mittels Solar – und Windenergie entsteht umweltschonend zu lösen. Beispielhaft zu nennen ist das Förderprogramm „Energetische Biomassenutzung“. Ein zentrales Themenfeld des Programms nennt sich „Systemintegration“ und untersucht die Entwicklung von Konzepten und Technologien zur bedarfsgerechten Strombereitstellung aus Biomasse.

Was heißt bedarfsgerecht?

Untersucht wird, ob sich Biomasse technisch und wirtschaftlich eignet in das zukünftige Stromsystem derart integriert zu werden, dass die Fluktuationen flexibel und schnell abgedeckt werden können. Vor allem der durch das EEG 2012 neu geschaffene Marktmechanismus der Marktprämie und Flexibilitätsprämie fördert die Systemintegration. Für Betreiber wirtschaftlich rentabel, da sie als Innovatoren eine Marktlücke besetzen könnten. Vor allem Biogasanlagen erweisen sich laut aktuellen Ergebnissen als vielversprechend. Die Speicherfähigkeit des durch den anaeroben Abbau entstehenden Biomethan – Kohlenstoffdioxid Gemischs macht das Biogas flexibel einsetzbar. Die Flexibilitätsprämie des EEG 2012 setzt zudem einen marktunabhängigen Anreiz.

Ist ein vollständig erneuerbarer Strommarkt möglich?

Prinzipiell ist es möglich durch dieses System aus Wind, Solar, Wasser und Biomasse ein vollständig erneuerbares Stromsystem zu erreichen. Vor 2030 ist dies allerdings sehr unwahrscheinlich. Die meisten Technologien befinden sich noch in der Demonstrationsphase und sind noch nicht marktreif. Zudem setzen die Fördermechanismen des EEG immer noch beachtliche Anreize im Bereich des Ausbaus erneuerbarer Energien. Erst eine Direktvermarktung aller erneuerbarer Energiesysteme ohne staatliche Fördermechanismen wird zeigen ob diese sich im Stromsystem derart behaupten können, sodass die konventionellen Systeme vollständig verdrängt werden können.

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