Stromsystem der Zukunft: Wohin mit überschüssiger Elektrizität?

Es ist eines der zentralen Probleme für eine Regernativwirtschaft mit hohen Anteilen an Energie aus solarer Strahlung und Wind. Wie geht man mit den Angebotsschwankungen um? Strommangel durch zu wenig Wind oder zu wenig Sonnenstrahlung wird oft thematisiert und als Begründung für das Erhalten konventioneller Kraftwerke genannt. Doch was passiert eigentlich mit der überschüssigen Energie in Zeiten, in denen die Sonne oft scheint oder viel Wind weht? Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) sieht das Problem als lösbar an. Vor allem durch Flexibilität im System.

Stichwort: Abregeln

Laut DIW gibt es einige zentrale Maßnahmen um diese Flexibilität zu gewährleisten. So sind Stromspeicher notwendig um die primäre Überschussenergie aufzunehmen. Heutzutage nutzt man dafür vor allem Pumpspeicherkraftwerke. Um mit Spitzenüberschüssen umgehen zu können empfiehlt das DIW die Anlagen ab einem gewissen Punkt abzuregeln. Dabei prognostizieren die Wissenschaftler, dass im Jahr 2032 lediglich 2 Prozent abgeregelt werden müssen um ausreichende Flexibilität zu gewährleisten. In Zukunft wird diese Form der Flexibilität die Forschung noch weiter beschäftigen, da man sich bis heute noch nicht sicher ist wie man große Stromspeicher ausreichend finanziert und insbesondere refinanziert.

Verlässliche Prognosen sind gefragt

Um in Zukunft mit den Schwankungen in der Strombereitstellung besser zu Recht zu kommen, sind auch andere Wissenschaftszweige gefragt. So kann man die Unvorhersehbarkeit der Strombereitstellung aus Windkraft und Sonnenenergie mittels verbesserter Wetterprognosen eindämmen. Kann man die Bereitstellung besser einschätzen, lassen sich schon im Vorfeld einige Kraftwerke vom Netz nehmen, sodass die restlichen voll ausgelastet werden. So spart man Kosten die im Zusammenhang mit der Abregelung von Kraftwerken oder durch den Bau teurer Stromspeicher entstehen. Weiterhin ist eine optimale Netzausgestaltung gefragt. So kann man das Stromnetz derart umstrukturieren, dass je nachdem wo der meiste Strom entsteht auch der meiste Strom eingespeist wird und umgekehrt. Dafür muss das Netz allerdings „lernen“ zu kommunizieren.

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