Bielefeld – Studierendenkongress zur zukünftigen Energieversorgung

Bielefeld (fhb). Wie entwickelt sich zukünftig die Energieversorgung? Muss

Energie rationiert werden oder bekommen wir die Energieprobleme in den

Griff? Welche Rolle werden erneuerbare Energien spielen und wie begegnen wir

dem Klimawandel? Mit diesen Zukunftsfragen beschäftigten sich Studierende,

Professorinnen und Professoren sowie Unternehmensvertreterinnen und -ver-

treter beim Studierendenkongress „Zukünftige Energieversorgung“ am Fachbe-

reich Ingenieurwissenschaften und Mathematik der FH Bielefeld.

Der Kongress wurde von zehn Studierenden des Studiengangs Regenerative

Energien am Fachbereich Ingenieurwissenschaften und Mathematik organi-

siert. Unterstützung erhielten sie von Professorin Dr. Eva Schwenzfeier-Hell-

kamp, die die Studierenden dazu animierte, mit einem eigenen Projekt zur

dritten Bielefelder Klimawoche beizutragen. Die Bielefelder Klimawoche ist

eine Veranstaltung der Klima- und Umweltschutz-AG der Friedrich-von-Bodel-

schwingh Schulen.

80 Personen kamen zusammen, um sich mit dem schwierigen Thema der zukünf-

tigen Energieversorgung zu beschäftigen; darunter Studierende, Professorinnen

und Professoren aus ganz Deutschland. Zwölf Referentinnen und Referenten

widmeten sich in Vorträgen, Workshops und Diskussionen dem Energiethema.

Zudem standen Vertreter der Sponsoren Schüco International KG, Stadtwerke

Bielefeld, Goldbeck und Phoenix Contact sowie der Kongresspartner VDI OWL

e.V. für Gespräche mit den Studierenden bereit. Vor Ort waren auch Dr. Mariusz

Szewczyk aus Rzeszów (Polen) sowie Professor Emilio Martin Lanuza aus Estelí

(Nicaragua) und sein Student Francisco José López Cano. Neben Vorträgen und

Diskussionen zu Themen wie „Ist die Energiewende finanzierbar“, „Gesellschaft-

liche Akzeptanz erneuerbarer Energien“ oder „Fukushima: Die Katastrophe hat

gerade begonnen“ stand auch eine Exkursion zum Klimapark Rietberg auf dem

Plan. André Kuper, Bürgermeister der Stadt Rietberg, hielt einen Vortrag zum

Einsatz erneuerbarer Energien in seiner Kommune.

Die Vorteile eines solchen Zusammentreffens liegen für Johannes Hendrik Mo-

ser vom Organisationsteam auf der Hand: „Die Studierenden können sich unter-

einander vernetzen, Erfahrungen austauschen und visionäre Ideen entwickeln.

Zudem erhalten sie die Möglichkeit, schon während des Studiums Kontakte zu

Unternehmen aufzubauen. Das ist wichtig, da sie sonst nicht erfahren, was in

der Praxis läuft.“ Vor allem im Wirtschaftsbereich seien Studierendenkongresse

längst Tradition. Der Studierendenkongress mit Schwerpunkt Energie ist bisher

in Deutschland der erste seiner Art. Die FH Bielefeld, die 1997 als eine der ers-

ten Hochschulen den Studiengang „Regenerative Energien“ einführte, nimmt

hier eine Vorreiterrolle ein.

Die Pionierarbeit stellte laut Johannes Hendrik Moser für das Organisationsteam

eine Herausforderung dar: „Wir konnten auf keine Erfahrungen zurückgreifen.

So gab es beispielsweise keine Kontaktlisten. Wir haben über Facebook und

Studi-VZ Kontakt zu Ingenieurstudierenden aufgebaut und alle Hochschulen mit

technischen Studiengängen angeschrieben. Zudem wurde der bundesweite Ver-

teiler des VDI sowie der Alumni-Verteiler der FH Bielefeld verwendet.“ Auf eine

stressige Zeit blickt auch Jens Schaller zurück, der ebenfalls bei der Organisa-

tion des Studierendenkongresses half: „In der Woche vor dem Kongress muss-

ten wir Klausuren schreiben und plötzlich kamen noch fast 20 Anmeldungen

hinzu. Da war Teamwork gefragt. Mit der Hilfe von Professorin Schwenzfeier-

Hellkamp, die uns sehr stark unterstützt hat, haben wir dann aber doch noch

alles geschafft und am Ende ist der Kongress nahezu perfekt gelaufen.“

Das persönliche Highlight von Jens Schaller war der Vortrag des Schweizers

Louis Palmer, der 2007 mit einem Solar-Auto die Welt umrundete und jede

Menge spannende Geschichten von der Reise mitbrachte. „In Mexiko ist er bei-

spielsweise mitten in einen Bandenkrieg geraten und in Saudi-Arabien wurde

er die ganze Zeit von Polizeiautos begleitet.“

Der Studierendenkongress ist Teil des Energiekongresses der FH Bielefeld. Eine

weitere Veranstaltung des Energiekongresses ist die Energiewoche, die sich

noch bis zum Freitag, 14. Oktober, mit erneuerbaren Energien befasst. Neben

Johannes Hendrik Moser und Jens Schaller waren die Studierenden Tobias Gero

Wölm, Max Göbel, Nadja Gudi, Lasse Tigges, Christoph Nadermann, Arne El-

lerbrock, Sören Lehmann und Sebastian Fechner im Organisationsteam aktiv.

Text: Katharina Vokoun

Back to top button
Close
Close