Tepco verteilt Schadensersatz

Am 12. März 2011 ereignete sich eines der schwersten Umweltkatastrophen unserer Zeit, im japanischen Fukushima. Ein Erdbeben löste einen Tsunami aus, welcher mit voller Wucht auf ein Atomkraftwerk in der japanischen Provinz Fukushima traf. Infolge dessen explodierte ein Block des Kraftwerks, in den nächsten Tagen folgten zwei weitere Explosionen, die zur Folge hatten, dass eine radioaktive Wolke austrat. Was danach passierte, wissen wir alle.

Die gesamte Umgebung des Atomkraftwerks wurde verstrahlt, Wasser wurde verseucht und Tausende mussten ihre Heimat verlassen, weil diese nicht mehr bewohnbar war. Auch heute, ein Jahr der Katastrophe gleicht die Gegend um Fukushima einer Geisterlandschaft, was sich nach Meinung der Experten auch in den kommenden Jahrzehnten kaum ändern werde, denn so lange dauere es mindestens noch, bis sich die Werte wieder annähernd verbessern könnten.

Schuld an dem ganzen Debakel gibt man dem Energiekonzern Tepco, der für das Atomkraftwerk in Fukushima zuständig gewesen ist. Mängel an der Anlage waren übersehen worden, dabei sei lange klar gewesen, dass diese einem Unglück solchen Ausmaßes niemals standhalten könnte. Da Tsunamis in Japan keine Seltenheit sind, sind diese Versäumnisse ganz besonders unentschuldbar. Doch die Tokyo Electric Power Company, kurz Tepco, versucht sich bereits seit einigen Monaten, von ihrer Schuld freizukaufen.

Dazu wurde in Koriyama ein so genanntes Entschädigungsberatungszentrum eingerichtet. Hier können all diejenigen herkommen, die bei dem Unglück von Fukushima alles verloren haben, egal ob Privatperson oder Unternehmen. Um entschädigt zu werden, muss man jedoch zunächst einen undurchschaubaren und langwierigen Bürokratieprozess hinter sich bringen, denn der Antrag auf Entschädigung ist ganze 31 Seiten lang. Es werden extra Berater zur Verfügung gestellt, die den Betroffenen helfen sollen, mit dem Antrag fertig zu werden. Viele unter ihnen haben diesen Job nicht freiwillig angenommen, sie fürchten sich davor, zum Gesicht des Schuldigen zu werden.

Bisher hat es mehr als 35.000 Anträge an Tepco gegeben. Die Rückzahlung kann sich der Konzern selber an sich überhaupt nicht leisten, denn dieser ist seit dem Unglück finanziell auf keinen grünen Zweig mehr gekommen. Doch selbst wenn die Betroffenen ein Schadensgeld gezahlt bekommen, wird das ihr Leben auch nicht wieder in Ordnung bringen, das durch die Unachtsamkeit des Konzerns komplett zerstört worden ist.

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