Uneinigkeit unter den Verbänden über die Reformierung des EEG

Eindeutige politische Aussagen zur Reformierung des EEG und damit zur Eindämmung des starken Strompreisanstieges lassen im Moment auf sich warten. In Berlin konzentriert man sich nach der Wahl auf Koalitionsfragen und der politische Alltag scheint wie vergessen. Ganz anders sieht die Lage unter den Interessenverbänden aus. Zwischen diesen ist eine heftige Debatte über eine zukünftige EEG Reform entbrannt. Jüngstes Ereignis ist der Vorschlag des Bundeverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). Das Konzept der einflussreichen Lobby-Vereinigung sorgt allerdings für Unbehagen in der Branche.

Mehr Direktvermarktung statt Dauersubventionen

Der Konzeptvorschlag des BDEW basiert auf zwei grundlegenden Aussagen. Zum einen fordert der Verband, dass Betreiber von Neuanlagen ihren Strom direkt an der Strombörse vermarkten sollen, zum anderen soll der Staat einen dezentralen Leistungsmarkt schaffen. Kritik an den Vorschlägen kommt unter Anderem von Bundesverband Erneuerbare Energien (BEE). Dessen Präsident Dietmar Schütz behauptete kürzlich, dass das Konzept des BDEW die Energiewende nur komplizierter und zusätzlich teurer machen würde. Schütz bezieht sich dabei auf die aktuellen Probleme, die mit der Direktvermarktung einhergehen. Vor allem die Förderung durch die Marktprämie ist kostenintensiv. Daher dass sich viele Anlagen aber ohne diese am Markt nicht refinanzieren können verteuert eine Zwangsvermarktung die Energiewende anstatt die Kosten zu senken.

Teures Resultat: Spekulanten an der Strombörse

Der BEE Präsident sieht dabei die Gefahr, dass Investoren die in erneuerbare Energien investieren zu Spekulanten werden. Dies hat den einfachen Grund, dass die unsichere Preisentwicklung an der Strombörse in EE-Projekte mit einbezogen werden muss. Letztlich steigen dadurch die Kapitalkosten derartiger Projekte. Den Kostenanstieg müsste wahrscheinlich wieder der Verbraucher tragen, so Schütz. Weiterhin kritisiert man beim BEE, dass die BDEW Vorschläge nicht auf das Paradoxon zwischen Strompreis und Börsenpreis entgehen. Doch gerade dieses sollte gelöst werden um den Strompreis zu senken. Abzuwarten bleibt ob der BEE einen praktikableren Vorschlag für eine EEG Reform bringt.

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