Vattenfall bemüht sich um kritische Lage im AKW Brunsbüttel

Der Skandal um die verrosteten  Ölfässer im bereits stillgelegten Atomkraftwerk in Brunsbüttel, Schleswig-Holstein, hatte vor kurzem den großen deutschen Energiekonzern Vattenfall gehörig in Erklärungsnot gebracht. Das Unternehmen ist der Betreiber des Kraftwerks an der Westküste des nördlichsten Bundeslands und wie es scheint, hat es in der Vergangenheit so manche Pfuscherei dort gegeben, die möglichst unentdeckt bleiben sollte.

So war dem Konzern scheinbar bereits seit dem vergangenen Dezember bewusst gewesen, dass in den Lagerstätten des ehemaligen AKWs noch Tonnen untergebracht sind, deren Zustand zu wünschen übrig lässt. Erst im Januar jedoch war auch der TÜV Nord im Zuge einer Überprüfung auf die Mängel aufmerksam geworden.

Für Vattenfall, die bereits wegen ähnlicher Probleme im AKW Krümmel in die Negativschlagzeilen geraten waren, könnte dies einen enormen Imageverlust darstellen. Nun rudert das Unternehmen jedoch drastisch zurück und hat bereits erste Auflagen erfüllt, die von der Kieler Atomaufsicht gefordert worden waren.

Atommüll unter Beton

Demnach wurde nun durch Vattenfall ein Konzept erstellt, und bereits an die Kieler Aufsicht weitergegeben, nach dem man die Kavernen, in denen die rostigen Fässer lagern, mit Betonriegeln verdeckt und versiegelt habe. Zudem wurde eine Aerosol-Messstelle installiert, die genauestens kontrollieren soll, ob an den insgesamt sechs Kavernen Radioaktivität austritt.  Aufgrund der hohen Strahlenbelastung in der Anlage fällt eine regelmäßige Überprüfung weg, doch stattdessen will Vattenfall nun eine mobile Kameraanlage einsetzen, um mögliche Vorfälle im AKW im Auge zu behalten.

Die Maßnahmen, die Vattenfall ergriffen hat, sollen ein gutes Beispiel für andere Betreiber deutscher Atomkraftwerke setzen, denn nachdem die Zustände in Brunsbüttel an die Öffentlichkeit gerieten, wurden auch die Stimmen laut, die regelmäßige Überprüfungen in allen anderen Atomkraftwerken fordern, um zu verhindern, dass die mangelhafte Aufbewahrung von Atommüll irgendwann zu einer ernsthaften Bedrohung wird.

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