Vattenfall und der Kohleausstieg – Die Zeichen der Zeit erkennen?

Die neue schwedische Regierung hat bereits angekündigt den staatseigenen Energiekonzern Vattenfall künftig verstärkt in Richtung der erneuerbaren Energien auszurichten. Was das für die deutschen Braunkohlegebiete, die maßgeblich von Vattenfall unterhalten werden, bedeutet war zunächst offen.

Doch nun, so Meldungen der Deutschen-Presse-Agentur (dpa), machen die Schweden ernst. Die deutsche Braunkohlesparte soll aller Wahrscheinlichkeit vom Mutterkonzern abgestoßen werden. Geplant ist ein Verkauf, wobei unklar ist, ob der potentielle Käufer die gesamte Sparte kauft oder nur einzelne Kraftwerke.

Für den ostdeutschen Arbeitsmarkt könnte der Rückzug von Vattenfall aus dem Braunkohlegeschäft eine Katastrophe werden. So stehen nicht nur die Jobs beim Konzern selbst auf dem Spiel, sondern auch die bei Zulieferern und anderen Auftragnehmern Vattenfalls.

Was bedeutet der Ausstieg für die Energiewende?

Der Konzern selbst äußerte Verständnis über die Bedeutung der Braunkohle in den Revieren rund um die Lausitz und versicherte, dass die Landesregierungen von Brandenburg und Sachsen wichtige Gesprächspartner im aktuellen und weiteren Dialog sind. Europaweit betreibt der schwedische Energiekonzern 16 große Kohlekraftwerke, neben Deutschland auch in den Niederlanden und Dänemark.

Zudem besitzt Vattenfall eigene Braunkohletagebauten in der Lausitz und in Sachsen. Deutschlandweit sind knapp 9.000 Mitarbeiter an rund 4 Standorten für Vattenfall beschäftigt, dazu kommt eine Vielzahl an Mitarbeitern bei Auftragnehmern von Vattenfall. Allein im vergangenen Jahr erhielten 1.700 Firmen Aufträge von Vattenfall.

Anders als die Geschäftsbereiche Fernwärme, Vertrieb und Handel, Verteilnetz sowie Windkraft will Vattenfall die Braunkohlesparte in Deutschland vollständig abstoßen. Magnus Hall, Präsident von Vattenfall AB sagte dazu: „Unsere Strategie sieht klar eine Reduzierung unseres Kohlendioxid-Ausstoßes und eine Umstellung unseres Erzeugungsportfolios auf erneuerbare Energien vor“.

Welche Auswirkungen dies für die Versorgungssicherheit im Rahmen der Energiewende haben wird, bleibt unklar. „Die Braunkohleverstromung ist und bleibt nach dem Atomausstieg ein unverzichtbarer Baustein der Energiewende in Deutschland“, meine beispielsweise der brandenburgische Ministerpräsident Dietmar Woidke. Brandenburg Landwirtschaftsminister Ralf Christoffers appelliert zudem an den Konzern den „unerträglichen Zustand der Ungewissheit“ schnellstmöglich zu beenden.

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