Wachstum bei RWE nach Schock durch Energiewende

Die Atomwende in Deutschland hat so manchen großen Energiekonzern hart getroffen. Im vergangenen Sommer entschied sich die Bundesregierung dafür, frühzeitiger als gedacht aus dem Geschäft mit der Atomenergie auszusteigen. Im Zuge des Gesetzes, das im August verabschiedet wurde, legte man fest, die Genehmigungen für Atomkraftwerke auf deutschem Boden nicht mehr zu verlängern, geschweige denn neue zu bauen. Das hatte zur Folge, dass direkt eine ganze Reihe an Kraftwerken abgeschaltet wurde, die restlichen werden in den nächsten zehn Jahren folgen.

Da einige der abgeschalteten Kraftwerke jedoch die wichtigsten Gewinnbringer für so manchen Energieriesen in Deutschland waren, sahen sich diese ganz besonders vom frühen Atomausstieg betroffen. Insbesondere der Energiekonzern RWE, einer der Marktführer in der Bundesrepublik, musste mit massiven Rückgängen der Erträge kämpfen. Doch langsam arbeitet sich das Unternehmen wieder aus der Talsohle empor und will in Zukunft statt auf Atomenergie lieber auf erneuerbare Energien setzen. Dabei war das Abschalten des Atomkraftwerks Biblis, das für den Konzern besonders wichtig war, nicht einmal das einzige Problem. Auch eine Erhöhung der Brennelementsteuer auf 1,3 Milliarden Euro macht RWE stark zu schaffen, genauso wie teure Langfristverträge mit Lieferanten wie dem russischen Konzern Gazprom. Letzteres Problem soll nun durch Verhandlungen über neue und günstigere Verträge behoben werden.

Von der Idee, mit der Atomenergie Geld zu machen, muss sich das Unternehmen sowieso verabschieden. Deshalb ist es ein guter Schritt, in erneuerbare Energien investieren zu wollen. In den nächsten zwei Jahren soll dies bei RWE im Rahmen von etwa vier Milliarden Euro geschehen. Wobei der Konzern aber nicht nur auf Großkraftwerke, sondern auch auf kleinere dezentrale Anlagen setzen will. Der neue Manager des Unternehmens, Peter Terium, ließ sogar verlauten, dass RWE beim Thema Energiewende ein Teil der Lösung sei. Dies ist wahrscheinlich ein Lichtstreifen am Horizont, denn nachdem das betriebliche Ergebnis um 24 Prozent und das nachhaltige Nettoergebnis sogar um etwa 34 Prozent geschrumpft waren, soll RWE dank einer Kapitalerhöhung und zusätzlichen Einsparungen bald wieder besser dastehen.

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