Atomenergie, Teil 7; Waldbrände Russland; strahlende Asche für Europa?

Die verheerenden Waldbrände in Russland infolge der Dürreperiode sind neuesten Pressemeldungen zufolge weitaus gefährlicher, als zunächst von den offiziellen Stellen zugegeben:

Wald- und Torfbrände

So sind derzeit rund 128 Brandherde aktiv, 600 einzelne Brände wüten in der weiten russischen Steppe und Torflandschaft über ein Gebiet, das sich rund 1500 Kilometer östlich von Moskau bis nach Brjansk rund 200 Kilometer südlich der russischen Hauptstadt erstreckt. Dabei geht die größte Gefahr weniger von den brennenden Mooren aus, die extreme Mengen an giftigen Verbrennungsrückständen aus Fäulnisgasen freisetzen.

Backslash der Altlasten

Vielmehr ist die betroffene Region ausgerechnet durch radioaktiv belastete Niederschläge aus den Wochen und Monaten nach dem GAU von Tschernobyl kontaminiert; die Strahlungspartikel, in erster Linie Cäsium-37-Atome, liegen im Regelfall auf der Erde und versinken auf natürliche Weise mit der Zeit im Boden; dabei gilt als Faustregel, dass bewirtschaftete Flächen weniger belastet sind, als unbewirtschaftete Flächen.

Waldbrände Russlands in kontaminierten Gebieten

Entgegen Beteuerungen der russischen Offiziellen hat es nun offenbar doch Brände in der fraglichen Region um Brjansk und der am Ural gelegenen Gegend von Tscheljabinsk gegeben. Umweltschutzorganisationen wie Greenpeace schlagen nun Alarm, dass die massiven Brände hohe Mengen an dem oberflächlich abgelagerten Cäsium-37 aufwirbeln und mit der Asche über weite Strecken transportieren könnten.

Droht die „giftige Wolke“?

Der Qualm der weitreichenden Flächenbrände erreichte indes die russische Hauptstadt, was einerseits eine direkte Gefahr für die Bevölkerung bedeutet und gleichzeitig klar macht: Der Qualm treibt westwärts und: die Rauchmengen sind ausreichend, um noch hunderte Kilometer weiter eine wesentliche Auswirkung zu haben. So sind nicht nur weite Strecken im Westen und Nordwesten der russischen Föderation und die Millionenstädte Moskau, Novgorod, Kazan und Sankt Petersburg akut von radioaktiver Asche gefährdet, auch Westeuropa wird erneut von den giftigen Emissionen der Tschernobyl-Katastrophe bedroht.

Widersprüchliche Meldungen zu den Waldbränden in Russland

Wie so oft im Falle schwerer Katastrophen sind die Meldungen derzeit noch mit Vorsicht zu genießen: Während Spiegel Online beispielsweise der offiziellen Linie folgt, berichten Welt, Zeit und Hamburger Abendblatt übereinstimmend von radioaktiven Wolken.

Darüber hinaus kamen die Waldbrände der riesigen Wiederaufbereitungs-, Zwischenlagerstätte und Atomwaffenfabrik von Majak im Süden Russlands bedrohlich nahe – nur 80 Kilometer entfernt konnte der Zivilschutz jedoch den Brand eindämmen und bekämpfen. Entwarnung gibt es dennoch nicht:

Das Monster Majak

Denn die kerntechnische Anlage von Majak ist eine der ältesten russischen Forschungseinrichtung für nukleare Technologien, die gesamte Umgebung gilt auf einer Gesamtfläche von über 12 000 Quadratkilometer als nachhaltig kontaminiert. So ist ein Brand, der in einer Entfernung von 80 Kilometern gerade noch gelöscht werden konnte im Falle von Majak kein gutes, sondern ein alarmierendes Zeichen. Die Explosion eines Betontanks mit radioaktiven Abfällen im September war so massiv, dass westliche Erdbebenzentren die Erschütterung messen konnten; dennoch gelang es der Sowjetunion, den schlimmsten GAU vor Tschernobyl, der als Kyschtym-Unfall in die Geschichte einging, bis 1989 geheim zu halten.

Trotz intensiver Bemühungen seitens der russischen Regierung, die auch durch ausländische Beobachter als schnell und gezielt gelobt werden, drohen die schwelenden Sumpfgase in den ausgedorrten Torfmooren in Folge der anhaltenden Dürre weiterhin ständig neue Brandherde aufzutun.

Die Dürre – ein Wetterexperiment?

Eine interessante Meldung noch zum Schluss: Hochrangige Stellen der russischen Regierung beschuldigen inzwischen ganz offen das amerikanische Militär, man habe mit einer Wetterwaffe im Stile der Hochfrequenz-Anlage HAARP die Dürreperiode gezielt verursacht oder zumindest begünstigt. Und tatsächlich melden auch andere Länder in der jüngsten Vergangenheit Wetterphänomene, die durch nichts als gezielte Beeinflussung zu erklären wären.

Davon kann man natürlich halten, was man will; technisch ist dies durchaus bereits seit 1975 möglich. Und so wurde bereits 1976 die Convention on the Prohibition of Military or Any Other Hostile Use of Environmental Modification Techniques (ENMOD) in Form eines verbindlichen völkerrechtlichen UNO-Vertrags von der Generalversammlung der UN als Resolution 31/72 am 10. Dezember 1976 verabschiedet.

Quellen:

http://www.stern.de/panorama/atomanlage-majak-atomkonzern-spielt-gefahr-durch-waldbraende-herunter-1591652.html

http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2010-08/russland-feuer-tschernobyl-radioaktiv

http://www.news.de/gesellschaft/855068168/russland-droht-radioaktive-verseuchung/1/

http://www.abendblatt.de/vermischtes/article1596133/Radioaktive-Wolke-aus-Russland-zieht-Richtung-Ostsee.html

http://www.welt.de/vermischtes/weltgeschehen/article8849469/Russland-warnt-vor-Freisetzung-radioaktiver-Stoffe.html

http://www.stern.de/wissen/natur/gau-in-majak-russlands-verheimlichte-atomkatastrophe-599027.html

http://germantrails.wordpress.com/2010/02/09/gibt-es-eine-wetterwaffe

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