Was macht den Strompreis in Wirklichkeit teurer?

Der Ausbau der erneuerbaren Energien geht zu schnell und zu unüberlegt von Statten. Durch den steigenden Ausbau der regenerativen Energieversorgung und dem damit einhergehenden steigenden Anteil an Ökostrom wird der Stromverbraucherpreis in die Höhe getrieben. Grund dafür, die EEG-Umlage. Diese und ähnliche Äußerungen sind in Zusammenhang mit der Energiewende oft zu hören, vor allem in der medialen Öffentlichkeit. Doch wie viel Wahrheit steckt eigentlich in diesen Behauptungen? Eine aktuell erschienene Studie von „Energy Brainpool“ kommt nun zu dem Ergebnis, dass man einige Behauptungen durchaus hinterfragen sollte.

Die niedrigen Börsenpreise als Übeltäter

Die Branche der Erneuerbaren Energien betont es schon seit längerem. Nicht der Ausbau des Ökostroms hat schuld am steigenden Strompreis durch die EEG-Umlage, sondern vor allem der sehr niedrige Börsenpreis an den Stromgroßhandelsmärkten. So kommt die Studie zu dem Ergebnis, dass der Ausbau des Ökostroms gerade einmal 13 Prozent der EEG-Umlage ausmacht und damit nicht den Großteil der Mehrkosten verursacht. Über die Hälfte des in Zukunft erwarteten Strompreisanstiegs geht laut Energy Brainpool auf den immer weiter sinkenden Börsenpreis zurück. Dieses kuriose Phänomen ist für viele Verbraucher nicht nachvollziehbar und doch Wirklichkeit.

Sinkende Börsenpreise, steigende EEG-Umlage

Das Kuriosum im Strommarkt lässt sich relativ einfach erklären. Sinkt der Börsenpreis, so sinken auch die Einnahmen der Anbieter an den Strombörsen. Im ersten Moment erscheint dies wenig problematisch für den Verbraucher. Doch da die erneuerbaren Energien an den Strommärkten eine Sonderstellung haben, muss die EEG-Umlage die Differenz aus Börsenpreis und Rentabilität der regenerativen Energie abdecken. So will man die Erneuerbaren in den Markt integrieren. Der Effekt aus diesem Entgegengesetzten Mechanismus ist, dass der Stromverbraucherpreis steigt wenn der Börsenpreis an den Strombörsen sinkt. Daneben sind auch die Industrieprivilegien enorme Preistreiber. Prognosen gehen davon aus, dass im kommenden Jahr etwa 2.000 weitere Unternehmen von der Umlage befreit werden. Auch dies müssten dann die Privathaushalte tragen.

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