Was wird aus Europas Solarwirtschaft?

Erst Conergy, letzte Woche Solarworld. Die einstigen Riesen der deutschen und europäischen Solarbranche straucheln. Grund für die roten Zahlen der Konzerne, Billigkonkurrenz aus China. Der Kompromiss zwischen der Europäischen Union (EU) und China ist mittlerweile erreicht, doch wird er wirklich helfen die angezählte europäische Solarindustrie zurück ins Rennen um die Weltspitze im Solarsektor zu bringen?

Chinesische Solarexporte nehmen stetig zu

Kürzlich veröffentlichte Zahlen der Nachrichtenagentur Reuters belegen die steigende chinesische Dominanz auf den hiesigen Märkten für Solarprodukte. So haben die Solarexporte chinesischer Firmen im zweiten Quartal stark angezogen. Grundlage für die Informationen, die Reuters vorliegen sind Aussagen der chinesischen Firmen selbst. Die Zahlen trügen allerdings, da der Kompromiss und die anberaumten Schutzzölle der EU in diesen Exportzahlen nicht berücksichtigt werden.

Ziel der EU ist es, Chinas Dumping Solarmodule mit Mindestpreisen zu belegen. Damit soll der Wettbewerb auf dem europäischen Märkten für Solarmodule wieder ins Gleichgewicht gebracht werden. Durch enorme Subventionen Chinas für die dortige Solarbranche, können manche Produzenten unter ihren Herstellungskosten verkaufen. Diese extrem billigen Produkte überfluteten Europas Märkte die vergangenen Jahre und führten zu argen Problemen für europäische Unternehmen der Solarbranche. Einem derartig enormen Preisdruck konnte man hier nicht standhalten.

Marktverzerrung durch Chinas Subventionspolitik

Der Unmut der Solarbranche stieg und führte letztlich dazu, dass man forderte dass eine derartige Wettbewerbsverzerrung gestoppt werde. Die EU schritt ein und verhing Strafzölle gegen die chinesischen Solarmodule. Um eine Handelseskalation mit China zu vermeiden wurde nun ein Kompromiss zwischen China und Europa gefunden, der chinesischen Produkten immerhin ein wenig Freiheit einräumt.

Dass heißt die Zölle greifen erst ab einer bestimmten Kilowatt-Leistungsgrenze. Fraglich ist, ob diese Sanktion ausreicht um Europas Solarsektor wieder zu regenerieren. Die Unternehmen sind auch mit den Strafzöllen weiterhin stark angeschlagen. Die international steigende Konkurrenz im Sektor erhöht den Wettbewerbsdruck weiterhin. Der Wegfall von Dumping-Preisen kann durchaus helfen, ob dies der Fall sein wird, wird die Zukunft zeigen.

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