Was wird aus Solarworld? Erste Zeichen deuten auf eine Rettung

Seit 2011 kämpft der einstige Vorzeigekonzern der Solarbranche mit roten Zahlen. Mit großen Schritten hat man sich in den letzten Jahren immer mehr der Insolvenz genähert. Nun läuft die Zeit davon, denn das Unternehmen sitzt auf einem enormen Schuldenberg. Um das schlimmste abzuwenden wird versucht Solarworld mit Hilfe der Inhaber zweier Unternehmensanleihen sowie den Aktionären zu retten.

Auch Solarworld Chef Frank Asbeck will zehn Millionen Euro seines Privatvermögens zur Verfügung stellen. Die Verschuldung von Solarworld geht vor allem auf eine enorme Unternehmensanleihe von 400 Millionen aus dem Jahr 2010 und eine weitere 150 Millionen Anleihe aus dem Jahr 2011 zurück. Grund für die schwierige Finanzlage wird auch in diesem Fall der chinesischen Billigkonkurrenz zu gesprochen.

Die Ersten sind für eine Rettung

Drei Tage lang sollen die Anleihegläubiger und Aktionäre des angeschlagenen Riesen im ehemaligen Plenarsaal der Bundesregierung in Bonn beraten und letztlich abstimmen, ob sie für oder gegen eine Rettung des Konzerns sind. Die Anleihegläubiger sollen dabei auf 55 Prozent ihrer noch ausstehenden Forderungen verzichten und Aktionäre fast alles, nämlich 95 Prozent, ihrer Anteile abtreten.

Das erste Treffen fand heute statt. 10 Uhr am Morgen traf man sich und fasste eine erste versöhnliche Entscheidung. Heute Mittag teilte ein Firmensprecher, nach Informationen des WDR, mit, dass 99,96 Prozent der Anwesenden mit „Ja“ gestimmt haben. Heute waren die ersten Anleihegläubiger an der Reihe.

Die Aktionäre haben noch nicht entschieden

Morgen sollen weitere Anleihegläubiger ihre Entscheidung treffen. Für den Mittwoch sind die Aktionäre geladen. Falls es doch kritisch werden sollte, hat das arabische Solarunternehmen Qatar Solar, welches ein Joint-Venture mit Solarworld hält, weitere 35 Millionen Euro Hilfe und einen Kredit von 50 Millionen Euro in Aussicht gestellt.

Als Hauptaktionär wäre auch Asbeck selbst betroffen und würde sich quasi selbst entmachten. Das Sanierungskonzept des Vorstandes sieht allerdings vor, dass die neuen Eigentümer sofort wieder einen Teil ihrer Aktien verkaufen.

Mit dem Kapital von 10 Millionen kann sich der „Sonnenkönig“ anschließend sofort wieder 20 Prozent der Anteile kaufen und Qatar Solar mit den 35 Millionen sogar 29 Prozent. Damit wären beide Partner die neuen und auch teilweise alten Großaktionäre bei Solarworld.

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