Wer fordert was? Stimmen zur EEG-Reform

Eine neue Regierung ist bisher noch nicht gefunden, doch die Aufgaben für diese sammeln sich bereits an. Oberste Priorität für viele Verbraucher, Experten und Unternehmen hat die Reform des EEG. Ein weiterer Anstieg der EEG-Umlage ergo des Strompreises ist für viele, aus berechtigten Gründen, nicht weiter hinnehmbar. Die Entscheidungsträger stehen unter Druck und müssen nun vor allem zwischen den vielen verschiedenen Vorschlägen für eine Reform, die Sinnvollsten auswählen. Die Maßnahmenvorschläge reichen von kleineren Korrekturen bis zur grundlegenden Änderung des Erneuerbaren Energien Gesetzes (EEG).

Was will man politisch?

Rainer Baake (Bündnis 90 Die Grünen), Umweltstaatssekretär und Leiter des Think Tanks „Agora Energiewende“ setzt sich für eine Kostenbegrenzung bei der Energiewende ein. Ehemals brachte Baake das EEG unter der Schröder Regierung selbst mit auf den Weg, doch jetzt fordert er eine Vergütungsobergrenze von 8,9 Cent pro Kilowattstunde für neue Windparks und Solaranlagen. Sein erklärtes Ziel ist es, einen weiteren Anstieg der Ökostrom-Umlage zu verhindern. Für nächste Woche ist die Bekanntgabe der neuen EEG-Umlagezahlen anberaumt. Experten gehen davon aus, dass eine durchschnittliche dreiköpfige Familie in 2014 rund 220 Euro nur für die Ökostromumlage bezahlen muss. Ein Anstieg von etwa 35 Euro zum jetzigen Niveau. Baake fordert zudem, dass auch Selbstversorger die ihren eigenen Strom verwenden, deutlich stärker zur Kasse gebeten werden. Laut Baake würden die Kosten, welche Selbstversorger sparen wiederrum durch die Allgemeinheit getragen werden.

Forderungen nach einer energiepolitischen Neuausrichtung auch auf Unternehmerseite

Verbraucherschützer, Experten und auch Unternehmen fordern zusätzlich eine drastische Neujustierung in der Energiepolitik. Omnipräsentes Argument sind die steigenden Kosten. Der Vorstandschef des Energieriesen E.on, Johannes Teyssen, gab kürzlich in einer bekannten Tageszeitung bekannt, dass er eine Art „Flatrate“ für das Stromnetz favorisiere. So würden die Kosten besser verteilt werden und auch Selbstversorger müssten sich stärker an diesen beteiligen. Verbraucherschützer Gerd Billen fordert weniger radikale Maßnahmen und bevorzugt eine Kostendeckelung der EEG-Umlage um den weiteren Preisanstieg zu stoppen.

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