Wieder Streit um Gorleben

Lange war das niedersächsische Bergwerk Gorleben der einzige Kandidat als Endlager für hochradioaktiven Atommüll in Deutschland gewesen. Doch seit einigen Monaten sind die Politiker von dieser Lösung abgerückt und wägen jetzt verschiedene andere Möglichkeiten als Alternativen ab. Das bedeutet jedoch nicht, dass der ewige Zank um Gorleben damit ein Ende hat.

Zu Beginn der Woche fand zwischen dem Bund, Ländern und Parteien ein Spitzengespräch statt, das bei der Frage zu einer Endlagerung für Atommüll für Einigung und Aufklärung sorgen sollte. Die Teilnehmer mussten jedoch im Anschluss an das Gespräch zugeben, dass man kaum vorangekommen sei.

Von einer endgültigen Lösung sei man noch weit entfernt, obwohl man doch eigentlich spätestens bis zur Sommerpause geplant hatte, zu einer Einigung zu finden. Dies wird nicht passieren, wenn es nicht bald zu einem gleichen Kurs der Politiker kommt. Im Moment befinden sich besonders die Grünen und SPD Chef Sigmar Gabriel auf einem Gegenkurs zu Bundesumweltminister Norbert Röttgen von der CDU.

Jürgen Trittin von den Grünen verlangte einen Erkundungsstopp im Salzstock Gorleben, während Röttgen plant, die Erkundungen einzustellen, das Erkundungsbergwerk selbst aber nicht zu schließen, um es möglicherweise als Forschungslabor zu nutzen.

Weitere Pläne der Regierung beinhalten die Idee, den Betrieb des Endlagers an Privatunternehmen zu vergeben. Dies stößt bei der SPD und den Grünen ebenso auf Kritik wie der Plan, ein Institut für die Endlagersuche zu gründen. Trittin vertritt die Meinung, dass diese Aufgabe wie bisher beim Bundesamt für Strahlenschutz verbleiben sollte, das sich auf diesem Gebiet einfach am besten auskenne.

Die Politiker haben äußerst unterschiedliche Standpunkte, was die Suche nach  einem geeigneten Endlager betrifft. Soll Gorleben weiterhin in Frage kommen oder vollkommen geschlossen werden? Wer genau übernimmt die Suche nach anderen Lagern und welche Bedingungen gibt es dafür? Ausgerechnet Jürgen Trittin schlug am Ende der Verhandlungen aber zuversichtliche Töne an und ließ verlauten, er gehe davon aus, dass man bis zum Sommer zu einer geeigneten Lösung kommen werde.

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