Wind oder Öl in Kenia

Erneuerbare Energien halten langsam auch in Afrika Einzug. Der so genannte schwarze Kontinent hat bereits einen Spitzenreiter bei den Erneuerbaren: Kenia. Das ostafrikanische Land wird mittlerweile von Solarenergie und Strom aus Wasserkraft versorgt, wenn man von einer Versorgung überhaupt sprechen kann, denn mehr als 90 Prozent der ländlichen Haushalte sind noch immer nicht ans Stromnetz angeschlossen.

Die Energie aus der Wasserkraft wird zudem immer unzuverlässiger. In trockenen Jahren, besonders bei saisonalen und außerplanmäßigen Dürren,  kann nicht genug Strom geliefert werden, manchmal auch gar keiner mehr. Stromausfälle sind gang und gäbe. Hotels und Gewerbeunternehmen, die auf die Stromversorgung angewiesen sind, haben für solche Zwecke teure Dieselgeneratoren.

Dies soll nun anders werden, denn im vergangenen Jahr wurde in Naivasha die erste Solarfabrik Ostafrikas eröffnet. Vor allem Haushalte auf dem Land sollen von den Solarpanelen profitieren, die hier hergestellt werden.

Doch auch bei der Windkraft hat das Land schnell Anschluss gefunden. Anfang dieses Jahres wurde mit dem Bau der größten Windfarm Ostafrikas begonnen. Am Lake Turkana im Norden des Landes sollen 365 Windmühlen der dänischen Firma Vestas mit einer Leistung von je 850 Kilowatt entstehen.

Wenn hier erst einmal Strom produziert wird, soll dieser mit einer 428 Kilometer langen Hochspannungsleitung in die Hauptstadt transportiert werden. Man hofft, dass die Leitung bis zum nächsten Jahr steht, wenn die erste Windmühle ans Netz geht. Der Bau hat einige Schwierigkeiten mit sich gebracht, denn die Finanzierung stand lange nicht fest.

Neben den Erneuerbaren drängt sich aber noch eine ganz andere Branche vor. Und zwar wurde in Turkana Erdöl gefunden, was nun viele Ölkonzerne anlockt. Vorerst soll es jedoch Probebohrungen geben, um herauszufinden, dass sich die Investition wirklich lohnt. Die Regierung hofft auf größere Ölfunde, doch die Menschen auf dem Lande werden wahrscheinlich weder von den Ölvorkommen noch von den Windparks profitieren. Die Leitungen für beides werden nämlich direkt in die Hauptstadt führen und sie außen vor lassen.

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