Zwischenfall in Brokdorf

Die Zwischenfälle in den deutschen Atomkraftwerken reißen einfach nicht ab. Nun wurde das schleswig-holsteinische Kraftwerk Brokdorf für einige Tage wegen beschädigter Teile vom Netz genommen. Bis mindestens Freitag soll Brokdorf abgeschaltet bleiben, so der Betreiber Eon.

Bereits Anfang des Jahres hatte es im abgeschalteten Atomkraftwerk Brunsbüttel einen kleinen Skandal gegeben, als der TÜV auf defekte und durchgerostete Fässer aufmerksam wurde, in denen Atommüll lagerte. Die Mängel wurden vom Betreiber Vattenfall beseitigt, doch da es nun schon wieder zu einem Zwischenfall gekommen ist, werden die Stimmen der Atomgegner wieder lauter, die fordern, die Kraftwerke doch schon früher als geplant komplett vom Netz zu nehmen.

Bisher ist geplant, Brokdorf noch bis 2021 laufen zu lassen. Ein Großteil der Stromversorgung Hamburgs hängt davon ab, sowie Teile Schleswig-Holsteins und Niedersachsens.

Deshalb hatte man befürchtet, es könne jetzt in diesen Tagen durch die Abschaltung möglicherweise zu Engpässen kommen. Frühlingshafte Temperaturen und ein starkes Windaufkommen werden dies jedoch wahrscheinlich verhindern können.  Durch die guten Bedingungen werden die Windkraftparks mit entsprechend hohen Einspeisungen rechnen können.

Am Mittwoch waren bei einer Inspektion der Anlage gebrochene Niederhaltefedern an Brennelementen im Abklingbecken gefunden worden. Die Federn dienen dazu, die Brennelemente beim Betrieb der Anlage zu fixieren. Eon sagte zwar, es bestünde keine konkrete Gefahr, doch möglicherweise müsse davon ausgegangen werden, dass auch im Reaktorkern selbst Federn beschädigt seien.

Sollte dies der Fall sein, muss dringend gehandelt werden, weshalb man auch sofort beschloss, den Reaktor vom Netz zu nehmen, bis die Prüfung der Federn am Freitag abgeschlossen ist. Danach muss entschieden werden, wie es in Brokdorf zunächst weiter gehen wird.

Back to top button
Close
Close