Aufstand gegen Atomkraftwerk in Belgien

Nur weil Deutschland zum Jahr 2022 aus der Atomkraft aussteigen will, heißt dies noch lange nicht, dass die Bundesrepublik rein gar nichts mehr mit Kernkraftwerken und allem, was damit zusammen hängt, zu tun haben wird. Allein die zahlreichen Atommeiler in den europäischen Nachbarländern wird es noch eine ganze Weile geben.

Manche Länder denken sogar darüber nach, neue Kraftwerke zu bauen. Dass von den teils stark veralteten Meilern oftmals große Gefahren ausgehen, beunruhigt die Deutschen, nicht nur diejenigen, die in Grenzgebieten wohnen. Belgien, Tschechien und Frankreich haben alle noch Atomkraftwerke am Netz, die im kürzlich durchgeführten Stresstest nicht allzu positiv abgeschnitten haben dürften.

Besonderen Aufruhr gibt es derzeit um das grenznahe belgische Atomkraftwerk Tihange. Im vergangenen Sommer musste einer der Reaktoren aufgrund von Haarrissen im Betonmantel bereits stillgelegt werden. Die Bürger auf belgischer, niederländischer sowie deutscher Seite wollen nun jedoch durchsetzen, dass das ganze Atomkraftwerk vom Netz genommen wird.

Im Jahr 1975 wurde die Anlage bereits errichtet, was bedeutet, dass sie heute als Kraftwerk der älteren Generation angesehen werden kann und somit im Grunde schon als veraltet gilt. Die Gefahr, die von dem Meiler ausgeht, sei zu hoch, als dass es weiter am Netz bleiben könnte, so die Gegner des Kraftwerks.

Doch die belgische Regierung entscheidet im Moment nicht darüber, ob der Meiler komplett abgeschaltet wird. Im Gegenteil, es wird derzeit darüber diskutiert, ob der seit August stillgelegte Block 2 wieder ans Netz gebracht werden sollte. Der Betreiber der Anlage hält den Meiler nach einer Überprüfung wieder für einsatzfähig.

Dies war in der vergangenen Woche Grund genug für mehr als 1000 Demonstranten aus Belgien, den Niederlanden und Deutschland, auf die Straße zu gehen und gegen das Kraftwerk zu demonstrieren. Es müsste zu einer baldigen Stilllegung kommen und bis dahin müssten zumindest grenzüberschreitende Katastrophenpläne erstellt werden, sollte es zu einer nuklearen Katastrophe in Tihange kommen.

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