Die Bürger über die Energiewende

Seit dem Unglück von Fukushima im März 2011 sieht die Welt die Atomkraft wieder einmal mit anderen Augen. Ein ähnliches Phänomen war bereits in den späten 80er Jahren zu erkennen gewesen, nachdem die Katastrophe von Tschernobyl die Welt schockiert hatte, doch erst jetzt ist es zu entsprechenden Maßnahmen gekommen. Japan, das Land der Katastrophe, schaltete gleich erst einmal alle seine Atomkraftwerke ab und beschloss, diese erst wieder ans Netz zu bringen, wenn sie strengen Stresstests und Überprüfungen unterzogen wurden. Bis jetzt ist noch keines der 50 japanischen Atomkraftwerke wieder am Netz, obwohl der Wiederanschluss von zwei Reaktoren in Kürze geplant ist.

Auch in Deutschland hatte das Unglück seine Folgen, denn noch im gleichen Sommer wurde von der Bundesregierung die Entscheidung getroffen, frühzeitig aus der Atomenergie auszusteigen. Bis zum Jahr 2022 sollen nun alle Reaktoren auf deutschem Boden abgeschaltet werden, die Laufzeit der ersten acht wurde sogar direkt nicht mehr verlängert. Doch wie sehen die Bürger eigentlich die spontane Idee der Energiewende und des Atomausstiegs in Japan sowie in Deutschland? Die japanische Bevölkerung ist sich relativ einig darüber, dass sie keine Atomkraft mehr in ihrem Land haben wollen, obwohl es auch schwer sein wird, diese zu ersetzen. Schon jetzt befürchtet man Black Outs.

In Deutschland ist man sich nicht ganz so einig, doch eine kürzlich durchgeführte Umfrage zeigt, dass 41 Prozent der Deutschen sogar der Meinung seien, der Atomausstieg sei viel zu spät gekommen. 25 Prozent waren jedoch auch der Meinung, dass der Ausstieg viel zu überhastet komme und die Energieversorgung in Deutschland so gefährdet sein könnte. 28 Prozent waren jedoch immerhin zufrieden mit dem Zeitpunkt des Atomausstiegs. Worin die fast 50 Prozent jedoch einer Meinung waren, ist die Tatsache, dass sie höhere Stromkosten für die Energiewende nur eingeschränkt akzeptieren wollen.

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