EnBW verspricht die Energiewende – die Finanzierung ist allerdings noch unklar

Hans-Peter Villis, Vorstandsvorsitzender der EnBW Energie Baden-Württemberg AG, dürfte noch nie vor einer so schwierigen Entscheidung gestanden haben wie jetzt. Welche Richtung soll EnBW in der Zukunft einschlagen?

Nach der Atomkatastrophe in Fukushima ist die Welt für den Atomkonzern nicht mehr die selbe. Die Mehrheit der Landesbevölkerung ist mittlerweile gegen die Stromerzeugung aus AKWs und eine rot-grüne Landesregierung gibt jetzt den Kurs vor. Nachdem der ehemalige Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) im vergangenen Jahr 45 Prozent der Anteile an EnBW gekauft hatte, ist die rot-grüne Landesregierung jetzt der Haupteigner von EnBW. Villis scheint dies erkannt zu haben und bekennt sich nun klar zu den regenerativen Energien. Bis 2020 soll der Anteil der erneuerbaren Energien daher verdoppelt werden. Doch das ist leichter gesagt als getan, denn entsprechende Investitionen sind teuer und noch immer erzeugt der viertgrößte deutsche Energiekonzern einen Großteil seines Stroms durch AKWs. Rund 8 Milliarden Euro sind nötig, um die gesteckten Ziele in Sachen erneuerbare Energien zu erreichen. Eine beträchtliche Stange Geld für den Energiekonzern, der durch das von der Bundesregierung verhängte Moratorium ohnehin schon starke Gewinneinbußen hinnehmen muss.

So sind derzeit die Reaktoren Neckarwestheim 1 und Philippsburg 1 vom Netz genommen, was EnBW rund 80 Millionen Euro kostet. Sollten diese nicht wieder ans Netz gehen, dann könnten sich die Gewinnausfälle sogar auf bis zu 450 Millionen Euro summieren. Es bleibt also fraglich, ob EnBW überhaupt in der Lage ist die in der nahen Zukunft anstehenden Investitionen zu stemmen. Villis Appell an die Regierung den Ausstieg nicht allzu schnell voranzutreiben erscheint da schon fast wie ein Hilferuf. „Jeder Stillstand unserer Kraftwerke schränkt unsere Investitionsspielräume erheblich ein“, sagte Villis im Blick auf die Landesregierung. Ob EnBW die Energiewende gelingen wird, wird die Zukunft zeigen. Im Notfall wird die rot-grüne Landesregierung ihre Anforderungen etwas zurückschrauben müssen.

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