Strompreisprognose bis 2045: Studien richtig lesen

Eine Strompreisprognose bis 2040 oder 2045 ist ein Szenario, keine Vorhersage Ihrer künftigen Rechnung. Die oft zitierte Studie von Veronika Grimm und Mitautoren untersucht Stromgestehungskosten und Kosten eines wetterabhängigen Erzeugungssystems. Daraus lässt sich kein fester Haushaltsstrompreis ableiten.

Strompreisprognose bis 2045: Studien richtig lesen [Bildinhalt mit KI erstellt]
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Was die Strompreis-Studie tatsächlich aussagt

Der 2024 veröffentlichte Beitrag von Grimm, Rückel und Sölch diskutiert, wie Backup-Kraftwerke, Speicher und Netze die isoliert niedrigen Erzeugungskosten von Wind- und Solarstrom ergänzen. Das Originalpapier bei EconStor nennt modellabhängige Werte. Diese Annahmen betreffen Technik, Brennstoffpreise, Kapitalkosten und Auslastung; andere Szenarien können andere Ergebnisse liefern.

Stromgestehungskosten sind kein Endkundenpreis

Ebene Enthaltene Kosten
Stromgestehungskosten Bau, Finanzierung und Betrieb einer Erzeugungsanlage
Großhandelspreis Preis gehandelter Strommengen für bestimmte Lieferzeiten
Systemkosten je nach Studie Netze, Reserve, Speicher oder Systemdienstleistungen
Haushaltspreis Beschaffung, Vertrieb, Netze, Messung, Steuern, Abgaben und Umlagen

Wer 3 oder 8 Cent Erzeugungskosten direkt mit 35 oder 40 Cent Haushaltsstrom vergleicht, vermischt Ebenen. Laut Bundesnetzagentur zur Strompreiszusammensetzung lag der Durchschnitt für Haushaltskunden am 1. April 2025 bei 40,05 Cent je kWh. Der Wert war aus Beschaffung und Vertrieb, Netzentgelten und Messung sowie staatlichen Bestandteilen zusammengesetzt.

Welche Annahmen eine Langfristprognose bewegen

  • Ausbaugeschwindigkeit von Wind, Photovoltaik und Netzen
  • Kosten und Wirkungsgrade von Speichern
  • Brennstoff- und CO₂-Preise regelbarer Kraftwerke
  • Stromnachfrage durch Wärmepumpen, Elektromobilität und Industrie
  • Flexibilität von Verbrauch und Erzeugung
  • Zinsen, Genehmigungen und Baukosten

Das Fraunhofer ISE kommt in seiner Studie zu Stromgestehungskosten 2024 je Technologie und Jahr zu Bandbreiten. Das zeigt, warum eine einzelne Zahl ohne Technologie, Bezugsjahr und Systemgrenze wenig erklärt.

Was Verbraucher aus Prognosen ableiten
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können

Langfristige Szenarien helfen bei politischen und unternehmerischen Investitionen. Für den nächsten Stromvertrag sind aktuelle lokale Angebote, Laufzeit, Preisgarantie und Bonus wichtiger. Der Großhandel kann fallen, während Netzentgelte steigen – oder umgekehrt.

Rechnen Sie mindestens zwei Lieferjahre und prüfen Sie den Preis ohne Neukundenbonus. Ein Haushalt mit 3.500 kWh spart bei 4 Cent Preisunterschied 140 Euro pro Jahr. Das ist eine belastbare Vertragsrechnung, keine Wette auf 2040.

Eigenverbrauch und Effizienz als Risikopuffer

Wer Strom spart, senkt die Menge, die von künftigen Preisen betroffen ist. Photovoltaik kann einen Teil des Bezugs ersetzen, wenn Dach, Finanzierung und Verbrauch passen. Ein Speicher erhöht den Eigenverbrauch, muss aber wirtschaftlich dimensioniert werden. Vermeiden Sie pauschale Autarkieversprechen.

Prognosen seriös lesen

  1. Herausgeber, Veröffentlichungsjahr und Auftraggeber prüfen.
  2. Preisart und Einheit bestimmen.
  3. Inflation und Preisbasis kontrollieren.
  4. Annahmen zu Netzen, Speichern und Brennstoffen lesen.
  5. Bandbreiten statt Einzelwerte betrachten.
  6. Neue Ist-Daten mit dem Szenario abgleichen.

Aktuelle Tarife und Verbrauchsthemen finden Sie in unserer Rubrik Stromvergleich. Eine seriöse Langfristbetrachtung nennt Unsicherheiten und aktualisiert Annahmen, statt mit einem „Schockpreis“ Sicherheit vorzutäuschen.

Forschungsergebnisse zu den Kosten erneuerbarer Energien

In der aktuellen Studie von Wirtschaftsweise Veronika Grimm und ihren Kollegen wird deutlich, dass die Kosten für Strom aus erneuerbaren Energiequellen, wie Windkraft und Photovoltaik, bis zum Jahr 2040 zwar auf etwa drei Cent je Kilowattstunde sinken könnten. Jedoch ist dies nur eine Seite der Medaille. Wenn der Wind nicht weht oder die Sonne nicht scheint, müssen alternative, meist teurere Energiequellen wie Gaskraftwerke herangezogen werden. Diese Realität könnte dazu führen, dass die Gesamtkosten für Strom auch im Jahr 2040 bei rund 7,8 Cent pro Kilowattstunde stagnieren, also nicht signifikant sinken. Das wirft einen Schatten auf die Hoffnung, dass der Ausbau erneuerbarer Energien zu einer nachhaltigen Senkung der Strompreise führt.

Folgen für die Verbraucherpreise

Für Verbraucher sieht die Situation weniger rosig aus. Im zweiten Halbjahr 2023 zahlten Sie durchschnittlich 41,75 Cent je Kilowattstunde, was Ihnen zeigt, dass diese Preise immer noch über dem Niveau vor der Energiekrise liegen. Die beabsichtigte Entlastung durch Preisbremsen der Ampel-Koalition hat zwar kurzfristig etwas Erleichterung gebracht, langfristig scheint jedoch keine signifikante Minderung der Energiepreise in Sicht zu sein. Grimm betont, dass die Hoffnung auf drastische Preisreduktionen durch den Ausbau der erneuerbaren Energien nicht realistisch ist.

Die deutlichen Steigerungen der staatlichen Abgaben, darunter auch die Netzentgelte, verschärfen die Situation zusätzlich. Diese haben sich zu Beginn des Jahres 2024 deutlich verändert und werden voraussichtlich weiter steigen, um den notwendigen Netzausbau zu finanzieren. Die damit verbundenen höheren Kosten fallen letztlich auf Sie als Verbraucher zurück. Sollte sich Minister Habecks Vorschlag zur Stabilisierung der Netzentgelte als erfolgreich erweisen, könnte dies zwar kurzfristig vor einer weiteren Belastung schützen, an den langfristig zu erwartenden höheren Kosten würde es jedoch nichts ändern.

Bemühungen zur Stabilisierung der Strompreise

Die steigenden Strompreise bereiten Ihnen als Verbraucher zunehmend Sorgen. Trotz eines langsamen Rückgangs in den letzten Monaten liegen die Preise immer noch über den Werten vor der Energiekrise, als die Invasion Russlands in die Ukraine die Energiemärkte erschütterte. Die deutsche Industrie droht mit Abwanderung, da sie aufgrund der hohen Stromkosten im europäischen Vergleich unter Druck gerät. Um die finanziellen Belastungen für die Haushalte und Unternehmen zu verringern, ist eine rasche und zielgerichtete Stabilisierung der Strompreise notwendig.

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck hat erkannt, dass die hohen Kosten auch durch die staatlichen Abgaben, wie zum Beispiel die Netzentgelte, begünstigt werden. Diese haben sich zu Jahresbeginn deutlich verändert, und es wird befürchtet, dass sie aufgrund des nachholenden Netzausbaus weiter steigen müssen. Um Ihnen als Verbraucher eine Erhöhung der Netzentgelte zu ersparen, stehen neue Maßnahmen auf der Agenda der Bundesregierung.

Vorgeschlagenes neues Instrument von Robert Habeck

Um die Strompreise langfristig zu stabilisieren, plant Robert Habeck die Einführung eines neuen Instruments, das als Amortisationskonto fungieren könnte. Dies wäre ähnlich wie für das geplante Wasserstoffnetz, mit dem Ziel, die Kosten der Infrastruktur über die Jahre hinweg gleichmäßiger zu verteilen. Dabei würden Sie nicht sofort mit den hohen Kosten für den Netzausbau konfrontiert, sondern die Belastungen sollen über mehrere Generationen hinweg gestreckt werden.

Die Idee hinter Habecks Vorschlag ist, dass die stark steigenden Netzentgelte, die durch notwendige Investitionen in die Energienetze entstehen, nicht sofort auf die Verbraucher umgelegt werden. So möchte er verhindern, dass die Kosten für den Netzausbau und die damit verbundenen Investitionen von bis zu 500 Milliarden Euro Ihre Stromrechnung enorm belasten. Stattdessen soll eine einvernehmliche Finanzierung geschaffen werden, die es Ihnen ermöglicht, die Preise stabil zu halten, ohne die langfristigen Belastungen zu ignorieren.

Die aktuelle Studie von Veronika Grimm und ihren Mitstreitern zeigt, dass Sie sich auf langfristig hohe Strompreise einstellen müssen, auch wenn die Kosten für erneuerbare Energien zunächst sinken könnten. Während die direkten Kosten für Strom aus Windkraft und Photovoltaik bis 2040 auf etwa drei Cent je Kilowattstunde fallen könnten, müssen Sie bedenken, dass die Abhängigkeit von teureren Energiequellen, wie Gaskraftwerken, weiterhin bestehen bleibt. Das bedeutet, dass Ihre Stromrechnung in den kommenden Jahren möglicherweise nicht so stark sinkt, wie es die Politik ursprünglich in Aussicht stellte.

Zusätzlich sind staatliche Abgaben, wie die Netzentgelte, seit Jahresbeginn gestiegen und könnten sich weiter erhöhen, was Ihre Kosten noch weiter belastet. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck plant zwar Maßnahmen zur Stabilisierung der Strompreise, aber diese werden alleine nicht ausreichen, um die langfristigen Kosten für Strom signifikant zu senken. Sie sollten daher wachsam bleiben und sich auf steigende Strompreise einstellen, die durch die unvorhersehbaren Auswirkungen der Energiewende begünstigt werden könnten.

Häufige Fragen

Werden Strompreise bis 2045 sicher steigen?
Nein. Langfriststudien rechnen Szenarien mit Annahmen; sie können keinen festen künftigen Haushaltsstrompreis garantieren.
Was sind Stromgestehungskosten?
Das sind modellierte Kosten für Bau, Finanzierung und Betrieb einer Erzeugungsanlage je erzeugter Kilowattstunde.
Sind Stromgestehungskosten der Preis auf meiner Rechnung?
Nein. Haushaltsstrom enthält auch Beschaffung, Vertrieb, Netze, Messung, Steuern, Abgaben und Umlagen.
Warum unterscheiden sich Strompreisprognosen?
Sie verwenden unterschiedliche Annahmen zu Brennstoffen, CO₂, Zinsen, Netzen, Speichern, Nachfrage und Ausbau.
Wie kann ich mich gegen hohe Strompreise schützen?
Verbrauch senken, aktuelle Tarife vergleichen und bei geeigneter Immobilie Photovoltaik mit realistischer Rechnung prüfen.
Welche Zahl ist für den Tarifwechsel relevant?
Die konkreten Jahreskosten am Wohnort mit Ihrem Verbrauch, einschließlich Grundpreis, Arbeitspreis und sicher erfüllbarem Bonus.

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