Stromverbrauch Boiler: kWh, Warmwasserbedarf und Kosten berechnen
Boiler Stromverbrauch: Effizient und Sparsam – Tipps und Zahlen
Der Stromverbrauch eines elektrischen Boilers entsteht aus dem Erwärmen des benötigten Wassers und den Wärmeverlusten von Speicher und angeschlossener Installation. Aus der Literzahl allein lässt sich kein zuverlässiger Jahresverbrauch ableiten. Ein großer, selten genutzter Speicher und ein kleiner, häufig nachheizender Boiler können trotz sehr unterschiedlicher Größe ähnliche Strommengen benötigen.
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Für eine sinnvolle Rechnung brauchen Sie vor allem Wassermenge, Temperaturdifferenz, Bereitschaftsverluste und Ihren Arbeitspreis. Mit diesen Angaben erkennen Sie, ob weniger Warmwasserverbrauch, eine technische Verbesserung oder ein anderes System den größten Nutzen bringt.
Stromverbrauch beim Boiler: das Wichtigste in Kürze
- Watt ist nicht Verbrauch: Die Heizleistung beschreibt die momentane Aufnahme, Kilowattstunden die über die Zeit verbrauchte Energie.
- Eine Aufheizung ist kein Jahreswert: Die benötigte Zahl der Aufheizungen hängt von der Entnahme ab.
- Speicherwasser und Duschwasser unterscheiden sich: Heißes Speicherwasser wird üblicherweise mit kaltem Wasser gemischt.
- Bereitschaft kostet Energie: Ein eingeschalteter Speicher gleicht Wärmeverluste auch ohne Entnahme aus.
- Hygiene bleibt Teil der Planung: Temperatur und Zeitprogramme müssen zum Warmwassersystem passen.
Ein eigenes Beispiel macht die Größenordnung greifbar: Werden 80 Liter vollständig von 10 auf 60 Grad Celsius erwärmt, benötigt das Wasser rechnerisch 4,652 kWh Wärme. Bei angenommenen 40 Cent je kWh entspricht das 1,86 Euro. Weitere Verluste sind noch nicht enthalten.
Boiler-Stromverbrauch berechnen: die Formel
Für eine näherungsweise Berechnung der im Wasser gespeicherten Wärme gilt:
Wassermenge in Litern × Temperaturdifferenz × 1,163 ÷ 1.000 = Wärmebedarf in kWh.
Die Temperaturdifferenz wird in Kelvin angegeben; ihr Zahlenwert entspricht der Differenz der Celsius-Temperaturen. Von 10 auf 60 Grad sind es 50 Kelvin. Der Faktor 1,163 beschreibt näherungsweise die Wärmekapazität eines Liters Wasser in Wattstunden je Kelvin.
Bei einem direkt elektrisch beheizten Speicher wird die elektrische Energie des Heizstabs weitgehend zu Wärme. Der an der Steckdose oder am Zähler gemessene Gesamtverbrauch enthält aber auch Wärme, die später ungenutzt an die Umgebung verloren geht, und gegebenenfalls weitere Gerätefunktionen.
80-Liter-Beispiel Schritt für Schritt
- Speichervolumen: 80 Liter.
- Ausgangstemperatur: angenommene 10 Grad Celsius.
- Zieltemperatur: angenommene 60 Grad Celsius.
- Temperaturdifferenz: 50 Kelvin.
- Berechnung: 80 × 50 × 1,163 ÷ 1.000 = 4,652 kWh.
- Kosten: 4,652 × 0,40 Euro = rund 1,86 Euro.
Würde täglich genau diese Wassermenge vollständig neu erwärmt, ergäben sich 1.697,98 kWh und rund 679 Euro jährlich, jeweils ohne zusätzliche Verluste. Im Alltag wird der Speicher aber nicht zwangsläufig jeden Tag vollständig kalt. Die jährliche Multiplikation ist daher ein Nutzungsszenario, kein typischer Verbrauch jedes 80-Liter-Geräts.
5 bis 500 Liter: Energie pro vollständiger Aufheizung
Die folgende eigene Tabelle rechnet für alle Größen mit derselben Erwärmung von 10 auf 60 Grad. So ist der Volumeneffekt direkt vergleichbar. Die Werte sagen ausdrücklich nichts darüber aus, wie oft Sie diese Energie im Jahr benötigen.
| Wassermenge | Rechnerischer Wärmebedarf | Kosten bei 0,40 Euro/kWh |
|---|---|---|
| 5 Liter | 0,291 kWh | 0,12 Euro |
| 80 Liter | 4,652 kWh | 1,86 Euro |
| 100 Liter | 5,815 kWh | 2,33 Euro |
| 150 Liter | 8,723 kWh | 3,49 Euro |
| 300 Liter | 17,445 kWh | 6,98 Euro |
| 500 Liter | 29,075 kWh | 11,63 Euro |
5-Liter-Boiler: Bereitschaft bei geringer Nutzung prüfen
Ein kleines Untertischgerät hält einen begrenzten Vorrat nahe der Zapfstelle bereit. Wird nur gelegentlich wenig warmes Wasser benötigt, können die Bereitschaftsverluste im Verhältnis zur Nutzwärme stark ins Gewicht fallen. Achten Sie deshalb besonders auf die ausgewiesene Bereitschaftsenergie.
Ein kleiner Speicher verbraucht nicht automatisch weniger Jahresstrom als jede andere Warmwasserlösung. Häufiges Nachheizen, Temperatur und Dämmung beeinflussen das Ergebnis. Für selten genutzte Zapfstellen lohnt ein Vergleich mit einer geeigneten bedarfsgerechten Lösung, einschließlich Installationsaufwand und erforderlicher Anschlussleistung.
80- und 100-Liter-Boiler: Nutzung statt Personenzahl planen
Diese Größen können für kleine Haushalte passend sein. Ob sie reichen, hängt jedoch von Duschmenge, gewünschter Temperatur, zeitlichem Abstand der Entnahmen und Nachheizleistung ab. „Zwei Personen brauchen immer 80 Liter“ ist deshalb keine belastbare Auslegung.
Prüfen Sie im Datenblatt die tatsächlich nutzbare Mischwassermenge und die Wiederaufheizzeit. Wer nacheinander lange duscht, stellt andere Anforderungen als zwei Personen mit kurzen, zeitlich getrennten Duschen. Für die gesamte Stromrechnung hilft der Vergleich zum Stromverbrauch im 2-Personen-Haushalt.
150-Liter-Boiler: Spitzenbedarf und Verluste abgleichen
Mehr Vorrat kann gleichzeitige oder direkt aufeinanderfolgende Entnahmen erleichtern. Dafür müssen zusätzlicher Platz, Gewicht, Befestigung und Wärmeverluste zur Nutzung passen. Die passende Größe ergibt sich aus dem Bedarf und den Gerätedaten, nicht aus einer pauschalen Jahresverbrauchstabelle.
Vergleichen Sie bei einem Ersatz auch, ob der bisherige Bedarf noch aktuell ist. Ausgezogene Kinder oder veränderte Badewannennutzung können eine frühere Dimensionierung überholt haben. Ein kleinerer Speicher ist aber nur sinnvoll, wenn er die weiterhin benötigten Spitzen zuverlässig abdeckt.
300- und 500-Liter-Speicher: das Gesamtsystem betrachten
Bei großen Speichern lohnt eine Prüfung der gesamten Warmwasserbereitung. Dazu gehören Leitungswege, Zirkulation, Dämmung, Nachheizung und der tatsächliche Tagesbedarf. Ein einzelner Temperaturregler erklärt hier nur einen Teil der Kosten.
Unterscheiden Sie außerdem einen ausschließlich direkt elektrisch beheizten Boiler von einem Speicher, den eine Wärmepumpe, Solarthermie oder ein Heizkessel erwärmt. Ein eingebauter elektrischer Heizstab kann nur eine Zusatzfunktion haben. Das Speichervolumen verrät dann nicht, wie viel Haushaltsstrom das vollständige System bezieht.
Wie viel Warmwasser verbrauchen Sie tatsächlich?
Für den Nutzwärmebedarf ist die entnommene Mischwassermenge oft anschaulicher als das Speichervolumen. Eine Dusche nutzt beispielsweise Wasser um 40 Grad, während der Speicher deutlich heißer sein kann. Rechnen Sie nicht die vollständige Duschmenge so, als würde sie bis zur Speichertemperatur erwärmt und anschließend ohne Zumischung verwendet.
Ein eigenes Tagesbeispiel: Zwei Personen benötigen zusammen 80 Liter Mischwasser bei 40 Grad. Bei angenommenen zehn Grad Kaltwassertemperatur sind das 80 × 30 × 1,163 ÷ 1.000 = 2,7912 kWh Nutzwärme täglich. Auf 365 Tage gerechnet ergeben sich 1.018,8 kWh.
Nehmen wir zusätzlich 0,6 kWh tägliche Bereitschaftsverluste an. Diese rein beispielhafte Annahme ergänzt 219 kWh jährlich. Zusammen sind es rund 1.237,8 kWh oder 495,12 Euro bei 40 Cent je kWh. Weitere Leitungsverluste sind in diesem vereinfachten Szenario nicht gesondert enthalten.
Mischwassermenge eines Speichers überschlagen
Idealisiert lässt sich die nutzbare Mischwassermenge berechnen: Speichermenge × (Speichertemperatur minus Kaltwassertemperatur) ÷ (Zapftemperatur minus Kaltwassertemperatur). Für 80 Liter bei 60 Grad, zehn Grad Zulauf und 40 Grad Zapftemperatur ergibt sich 80 × 50 ÷ 30 = rund 133 Liter.
Das ist eine theoretische Wärmebilanz. Die tatsächlich verfügbare Menge hängt unter anderem von Schichtung, Nachströmung, Entnahmegeschwindigkeit und Gerätebauart ab. Nutzen Sie zur Geräteauswahl die Herstellerangaben zur Mischwasserleistung, statt das theoretische Ergebnis als Komfortgarantie zu betrachten.
Bereitschaftsverluste: warum der Boiler ohne Zapfen nachheizt
Ein heißer Speicher gibt Wärme an eine kühlere Umgebung ab. Die Regelung gleicht diese Verluste aus. Nachheizen ohne Wasserentnahme ist deshalb zunächst ein normaler Vorgang und nicht automatisch ein Defekt. Auffällig wird eine deutliche Veränderung gegenüber vergleichbaren früheren Bedingungen.
Datenblätter können Bereitschaftsverluste als Watt oder als kWh innerhalb von 24 Stunden angeben. Prüfen Sie die Einheit und die Messbedingungen. Ein eigener Umrechnungswert: Eine mittlere Verlustleistung von 25 Watt entspricht 0,6 kWh täglich und 219 kWh jährlich.
Vergleichen Sie Produkte bei möglichst gleichen Bedingungen. Eine niedrigere Umgebungstemperatur oder höhere Speichertemperatur verändert den Wärmeverlust. Ein besonders günstiger Prüfwert bei einer anderen Einstellung lässt sich nicht unmittelbar mit Ihrem realen Betrieb gleichsetzen.
Ungedämmte Warmwasserleitungen und eine Zirkulation können zusätzliche Wärme abgeben. Diese Verluste stehen nicht zwingend vollständig im reinen Speicher-Datenblatt. Lassen Sie bei zentralen Anlagen deshalb Leitungen und Betrieb zusammen prüfen. Die Warmwasserhinweise des Umweltbundesamts erläutern sinnvolle Ansatzpunkte für geringeren Verbrauch.
Welche Temperatur ist beim Boiler richtig?
Es gibt keine sichere Universaleinstellung für sämtliche kleinen Untertischgeräte und großen zentralen Trinkwarmwasseranlagen. Bauart, Leitungsnetz und hygienische Anforderungen müssen zusammen betrachtet werden. Eine niedrigere Temperatur reduziert zwar tendenziell Wärmeverluste, darf aber das vorgesehene Hygienekonzept nicht unterlaufen.
Für große zentrale Anlagen nennt das Umweltbundesamt Anforderungen an die Warmwassertemperatur: dauerhaft 60 Grad am Trinkwassererwärmer und mindestens 55 Grad im Warmwassersystem. Lassen Sie klären, welche Anforderungen für Ihre konkrete Installation gelten, statt zentrale Anlagen nach einem pauschalen Spartipp abzusenken.
Auch eine gelegentliche „Legionellenschaltung“ ist kein allgemeiner Ersatz für einen hygienisch geeigneten Dauerbetrieb. Das UBA behandelt diesen Punkt in seinem Faktenblatt zu Trinkwarmwasserkonzepten. Eine periodische Temperaturerhöhung garantiert nicht, dass das gesamte Leitungsnetz ausreichend erfasst wird.
Hohe Speichertemperaturen können außerdem Verbrühungsrisiken an Zapfstellen verursachen. Die geeignete Lösung umfasst bei Bedarf eine fachgerecht ausgelegte Begrenzung der Auslauftemperatur. Sicherheit und Trinkwasserhygiene sollten gemeinsam geplant werden, nicht durch wechselnde improvisierte Einstellungen.
Boiler nachts ausschalten: Was spart eine Zeitschaltung?
Während einer Abschaltung wird keine elektrische Wärme nachgeliefert. Der Speicher kühlt jedoch ab und benötigt beim nächsten Aufheizen wieder Energie. Die bloße Länge der Ausschaltzeit ist deshalb kein direkter Einsparwert. Vergleichen Sie den vollständigen Tageszyklus mit gleichem Warmwasserbedarf und gleichem Anfangs- und Endzustand.
Eine zeitweise niedrigere mittlere Speichertemperatur kann Verluste verringern. Wie viel das bringt, hängt von Dämmung, Nutzungszeiten und Abkühlung ab. Gleichzeitig müssen Hygiene, Frostschutz und Herstelleranforderungen eingehalten werden. Ein langes lauwarmes Stillstandsfenster ist keine pauschal geeignete Stromsparstrategie.
Bei längerer Abwesenheit nutzen Sie die für das System vorgesehenen Einstellungen und Hinweise zur Wiederinbetriebnahme. Eine externe Zeitschaltuhr muss elektrisch geeignet und für diese Betriebsweise zulässig sein. Fest angeschlossene leistungsstarke Geräte werden dafür nicht eigenmächtig auf einen Zwischenstecker umgebaut.
Boiler oder Durchlauferhitzer: fair vergleichen
Ein Durchlauferhitzer erwärmt Wasser während der Entnahme und braucht keinen heißen Speichervorrat. Dadurch entfallen dessen Bereitschaftsverluste. Die Wärme für dieselbe Wassermenge und Temperaturdifferenz wird trotzdem benötigt. Ein hoher Leistungswert bedeutet nicht automatisch höhere Energiekosten für dieselbe bereitgestellte Wärme.
| Kriterium | Elektrischer Speicher | Elektrischer Durchlauferhitzer |
|---|---|---|
| Warmwasserbereitstellung | Vorrat mit Nachheizung | Während des Zapfens |
| Speicherverluste | Vorhanden | Kein heißer Speichervorrat |
| Begrenzung | Nutzbarer Vorrat und Nachheizzeit | Anschlussleistung und erreichbarer Durchfluss |
| Installationsprüfung | Platz, Lasten, Wasser- und Stromanschluss | Insbesondere ausreichender elektrischer Anschluss |
Ein Austausch kann sich bei geringer oder unregelmäßiger Nutzung lohnen, muss aber technisch passen. Berücksichtigen Sie mögliche Arbeiten an Leitungen und Verteilung sowie den gewünschten Komfort an mehreren Zapfstellen. Ein günstiger Gerätepreis ist noch keine günstige vollständige Umrüstung.
Wärmepumpe und Solarstrom als Alternativen
Eine Warmwasser-Wärmepumpe nutzt neben Strom auch Umweltwärme. Für den Vergleich zählt ihre tatsächliche Jahresarbeitszahl unter den vorgesehenen Bedingungen. Ein eigenes idealisiertes Beispiel: Werden 1.200 kWh Wärme mit einer Jahresarbeitszahl von drei bereitgestellt, sind dafür 400 kWh Strom nötig. Bei direkter Widerstandsheizung wären für dieselbe Wärme näherungsweise 1.200 kWh erforderlich, bevor unterschiedliche Zusatzverluste berücksichtigt werden.
Aufstellort, Luftführung, Geräusch, Wärmeentnahme aus dem Raum und Investition gehören in die Entscheidung. Eine theoretische Arbeitszahl allein reicht dafür nicht. Auch Speicher- und Zusatzheizbetrieb können die tatsächliche Bilanz beeinflussen.
Mit Photovoltaik kann ein Teil des Strombezugs ersetzt werden. Selbst erzeugter Strom ist wirtschaftlich aber nicht ohne Gegenwert: Wird er nicht eingespeist, entfällt eine mögliche Vergütung. Bei beispielhaft 35 Cent vermiedenem Bezug und acht Cent entgangener Einspeisung beträgt der Unterschied 27 Cent pro direkt nutzbarer kWh. Erforderliche Technik und zusätzliche Verluste sind noch abzuziehen.
Ein Batteriespeicher ist keine Voraussetzung für jede Warmwasserlösung mit PV. Prüfen Sie zuerst, ob zeitlich passende direkte Nutzung möglich ist. Die allgemeinen Kosten und Verluste beschreibt der Beitrag zum Speichern von Solarstrom. Zusätzliche Technik sollte einen nachweisbaren Nutzen haben.
Stromverbrauch senken: die Maßnahmen mit klarer Wirkung
- Unnötige Warmwassermengen vermeiden: Kürzere Entnahmen senken den zu erwärmenden Bedarf unmittelbar.
- Passenden Durchfluss wählen: Eine geeignete sparsame Brause kann helfen; sie muss mit dem Warmwassersystem funktionieren.
- Verluste prüfen: Speicher, Leitungen und Betriebsbedingungen gemeinsam betrachten.
- Bedarfsgerecht dimensionieren: Der Speicher muss Spitzen abdecken, ohne unnötigen Vorrat vorzuhalten.
- Einstellungen fachlich abstimmen: Komfort, Hygiene und Energiebedarf zusammen berücksichtigen.
- Wartung nach Vorgabe durchführen: Auffälligkeiten und Verschleiß beheben lassen.
Ein konkreter Sparansatz lässt sich berechnen: Werden täglich 20 Liter Mischwasser bei 40 Grad weniger benötigt, sind das bei zehn Grad Zulauf rund 254,7 kWh weniger Nutzwärme im Jahr. Mit 40 Cent je kWh entsprechen sie theoretisch 101,88 Euro bei direkter elektrischer Erwärmung. Wasser- und Abwasserkosten können zusätzlich sinken.
Eine Entkalkung kann Funktion und Lebensdauer unterstützen. Ein pauschales Versprechen wie „Entkalken spart immer 20 Prozent Strom“ lässt sich daraus nicht ableiten. Schlechtere Wärmeübertragung bedeutet bei einem elektrischen Speicher nicht automatisch, dass ein fester Anteil der Energie verschwindet. Lassen Sie Wartungsbedarf anhand des Geräts und der Wasserbedingungen beurteilen.
Hoher Verbrauch oder Defekt: Was prüfen lassen?
Ungewöhnlich häufiges Heizen, plötzlich geringere Warmwassermenge oder neue Geräusche können Anlass zur Prüfung sein. Zunächst sollten aber veränderte Nutzung, kälteres Zulaufwasser und Einstellungen ausgeschlossen werden. Ein Haushalt mit längeren Duschzeiten kann mehr verbrauchen, obwohl der Boiler technisch unverändert arbeitet.
Bei Leckagen muss die Bauart berücksichtigt werden: An einer drucklosen Armatur kann während des Aufheizens Ausdehnungswasser austreten. Verschließen Sie den dafür vorgesehenen Auslauf nicht. Dauerhaftes unerklärliches Tropfen, Undichtigkeiten am Gerät oder elektrische Auffälligkeiten gehören dagegen in fachkundige Hände.
Führen Sie keine Arbeiten an geöffneten elektrischen Teilen oder druckführenden Anschlüssen selbst aus, wenn Ihnen die erforderliche Qualifikation fehlt. Dokumentieren Sie Modell, Einstellung und beobachtete Zeitpunkte. Diese Angaben helfen dem Fachbetrieb mehr als ein pauschaler Verdacht auf einen „Stromfresser“.
Den echten Boiler-Verbrauch messen und einen Austausch bewerten
Ein geeignetes Steckdosenmessgerät kommt nur bei dafür passend angeschlossenen Geräten innerhalb seiner zulässigen Belastung infrage. Bei fest angeschlossenen Anlagen braucht es eine geeignete Messlösung durch eine Elektrofachkraft. Ein Gesamtstromzähler liefert nur dann eine brauchbare Differenz, wenn andere Verbraucher verlässlich berücksichtigt werden.
Messen Sie über mehrere repräsentative Tage oder Wochen und notieren Sie Duschmengen, Anwesenheit und Temperatur. Beginnen und beenden Sie möglichst im gleichen Speicherzustand. Verändern Sie für einen Vergleich jeweils nur einen wesentlichen Faktor. Die Verbrauchsübersicht für Haushaltsgeräte hilft, weitere große Kostenblöcke einzuordnen.
Für einen Austausch gilt: nachgewiesene jährliche Einsparung in kWh × eigener Arbeitspreis = jährlicher finanzieller Vorteil. Angenommene 300 kWh Einsparung bringen bei 40 Cent 120 Euro. Kostet der vollständige Austausch 1.200 Euro, beträgt die einfache Amortisationszeit zehn Jahre, ohne Finanzierung und spätere Reparaturunterschiede.
Vergleichen Sie diesen Zeitraum mit dem Zustand des alten Geräts und der erwarteten Nutzung. Steht ohnehin ein notwendiger Ersatz an, kann der relevante Vergleich die Mehrinvestition zwischen zwei neuen Lösungen sein. So entsteht eine Entscheidung aus Bedarf, Messung und Kosten statt aus der bloßen Speichergröße.
Häufige Fragen zum Stromverbrauch eines Boilers
Wie viel Strom verbraucht ein 80-Liter-Boiler?
Eine vollständige Erwärmung von 80 Litern von 10 auf 60 Grad benötigt rechnerisch 4,652 kWh Wärme. Der Jahresverbrauch hängt von Entnahme, Temperaturen und Verlusten ab. Aus 80 Litern Speichervolumen allein lässt er sich nicht zuverlässig bestimmen.
Was kostet ein Boiler im Monat?
Bei gemessenen 1.500 kWh jährlich und angenommenen 40 Cent je kWh ergeben sich 600 Euro im Jahr oder 50 Euro monatlich. Der ohnehin bestehende Strom-Grundpreis wird dem einzelnen Gerät normalerweise nicht zusätzlich zugerechnet.
Verbraucht ein Boiler auch ohne Wasserentnahme Strom?
Ja, ein eingeschalteter Speicher gleicht Wärmeverluste durch Nachheizen aus. Die Höhe hängt unter anderem von Dämmung, Temperatur und Umgebung ab. Nachheizen allein ist deshalb noch kein Nachweis eines Defekts.
Welche Temperatur sollte ich einstellen?
Die Einstellung muss zur Bauart und zu den hygienischen Anforderungen der Installation passen. Für große zentrale Anlagen nennt das Umweltbundesamt 60 Grad am Erwärmer und mindestens 55 Grad im Warmwassersystem. Lassen Sie die konkrete Anlage fachlich beurteilen.
Spart das Ausschalten über Nacht Strom?
Es kann Wärmeverluste verändern, aber die Nettoersparnis ergibt sich erst einschließlich Wiederaufheizen. Hygiene, Frostschutz und Herstelleranforderungen müssen eingehalten werden. Vergleichen Sie vollständige Zyklen bei gleichem Warmwasserbedarf.
Ist ein Durchlauferhitzer immer günstiger?
Er vermeidet die Verluste eines heißen Speichervorrats, benötigt aber weiterhin Energie für das gezapfte Wasser. Ob sich der Wechsel lohnt, hängt auch von Anschlussleistung, Installationskosten, Nutzung und Komfortbedarf ab.
Spart Entkalken automatisch einen festen Prozentsatz?
Nein. Wartung kann Funktion und Lebensdauer unterstützen, eine allgemeine feste Stromersparnis lässt sich daraus nicht ableiten. Entscheidend sind der tatsächliche Zustand und ein sinnvoller Vergleich vor und nach der Maßnahme.
Wie messe ich einen fest angeschlossenen Boiler?
Lassen Sie eine geeignete Messlösung durch eine Elektrofachkraft vorsehen. Ein fest angeschlossenes Gerät wird nicht für eine improvisierte Steckdosenmessung umgebaut. Erfassen Sie anschließend einen repräsentativen Zeitraum und die zugehörige Warmwassernutzung.